Radeffekt (Querkraft des Propellers)
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Gib einen kurzen Schubimpuls und beobachte Heck, Bug und Drehpunkt. Die Kräfte sind für diese 11-m-Lehrjacht vereinfacht; übe mit deinem Boot auf sicherem freiem Wasser.
1Die Lektion in einfachen Worten
Der Radeffekt schiebt das Heck seitwärts. Achteraus schiebt ein rechtsgängiger Festpropeller es meist nach Backbord.
Eine Seitenkraft
Der Radeffekt, auch Querkraft genannt, ist die seitliche Kraft eines drehenden Propellers auf das Heck, das hintere Ende deines Bootes. Bei geneigter Welle treffen die Blätter während der Drehung in unterschiedlichen Winkeln auf das Wasser. Achteraus trifft außerdem der Propellerstrahl, der vom Propeller erzeugte Wasserstrom, ungleichmäßig auf den Rumpf. Zusammen können diese Wirkungen das Heck versetzen, bevor du rückwärtsfährst.
Welche Richtung?
Von achtern gesehen dreht ein rechtsgängiger Propeller bei Schub voraus im Uhrzeigersinn. Beim Festpropeller, dessen Blattwinkel fest bleibt, kehrt sich die Drehung für achteraus um. Das Heck wandert zunächst nach Backbord, links, wenn du nach vorn schaust. Der Bug, das vordere Ende, schwingt nach Steuerbord, rechts. Ein linksgängiger Propeller bewirkt das Gegenteil. Voraus schiebt ein rechtsgängiger Propeller das Heck leicht nach Steuerbord. Die Wirkung ist meist kleiner.
Warum achteraus am stärksten?
Bei einem herkömmlichen Wellenantrieb dreht eine gerade Welle den Propeller. Das Ruder sitzt dahinter. Voraus strömt der Propellerstrahl darüber und hilft dir, dem Radeffekt entgegenzuwirken. Achteraus geht der Strahl stattdessen nach vorn gegen den Rumpf. Aus dem Stand ist die Ruderkraft anfangs null. Der Radeffekt fällt daher stärker auf. Rechne auch beim Abstoppen der Vorausfahrt mit einem Stoß achteraus damit.
Lass ihn helfen
Mit Backbord längsseits bedeutet, dass deine Backbordseite zum Kai zeigt, dem Rand, an dem du festmachst. Bei rechtsgängigem Propeller zieht ein Stoppstoß achteraus das Heck zu diesem Kai. Mit der Steuerbordseite zum Kai zieht er es weg. Bevorzuge für eine enge Drehung Steuerbord: Der Radeffekt achteraus versetzt das Heck nach Backbord und hilft, den Bug nach Steuerbord zu drehen. Bei linksgängigem Propeller kehrst du diese Wahl um.
Kenne die Grenzen
Der Radeffekt hängt von Rumpfform, Wellenwinkel und Antriebsart ab. Manche Boote versetzen kaum. Ein Verstellpropeller ändert für achteraus den Blattwinkel, ohne die Wellendrehrichtung umzukehren. Die Richtungsregel für Festpropeller gilt daher nicht. Teste dein eigenes Boot, bevor du dich auf die Wirkung verlässt.
2Schritt für Schritt
Teste dein Boot im offenen Wasser
- 1
Wähle ruhiges Wasser mit viel Platz und ohne nahen Verkehr.
Wind und Strom können die seitliche Bewegung verdecken.
- 2
Stoppe die Fahrt durchs Wasser, wähle die Neutralstellung und lege Ruder mittschiffs.
Du willst den Radeffekt beobachten, bevor steuernde Anströmung entsteht.
- 3
Gib einen kurzen Stoß achteraus und schalte dann in die Neutralstellung. Beobachte das Heck.
Notiere Richtung und Stärke des Radeffekts auf deinem Boot.
3Wichtige Daten
- Rechtsgängiger Festpropeller, achteraus
- Heck nach Backbord, Bug nach Steuerbord
- Linksgängiger Festpropeller, achteraus
- Heck nach Steuerbord, Bug nach Backbord
- Rechtsgängig: hilfreiche Wahl
- Mit Backbord längsseits; enge Drehung nach Steuerbord
4Kernpunkte
- 1
Der Radeffekt ist eine Seitenkraft am Heck.
- 2
Ein rechtsgängiger Festpropeller versetzt das Heck achteraus meist nach Backbord.
- 3
Der Radeffekt fällt achteraus am meisten auf, bevor das Ruder brauchbare Anströmung hat.
- 4
Nutze den Radeffekt rechtsgängiger Propeller fürs Anlegen mit Backbord längsseits und für Drehungen nach Steuerbord.
- 5
Teste dein eigenes Boot. Antrieb und Rumpf beeinflussen das Ergebnis.
5Häufige Fehler
Falsch: Das Drehen am Steuerrad stoppt den Radeffekt sofort nach dem Einlegen von achteraus.
Richtig: Aus dem Stand hat ein herkömmliches Ruder wenig Anströmung. Rechne mit versetzendem Heck, bevor Fahrt achteraus, also Rückwärtsbewegung durchs Wasser, entsteht.
Falsch: Jeder rechtsgängige Propeller versetzt gleich stark.
Richtig: Die übliche Richtungsregel gilt für Festpropeller. Rumpf und Antrieb verändern die Stärke. Verstellpropeller brauchen einen eigenen Test.
6Praxisfall & Prüfungstipps
Dein Boot hat einen rechtsgängigen Festpropeller. Bei Tests im ruhigen offenen Wasser versetzen kurze Stöße achteraus das Heck kaum. Du kannst mit jeder Bootsseite am Kai anlegen. Solltest du auf den Radeffekt zählen, um das Heck längsseits zu bringen?
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Nein. Die übliche Regel spricht für Anlegen mit Backbord längsseits. Deine Tests zeigen aber wenig nutzbaren Radeffekt. Wähle die Seite passend zu Bedingungen und Freiraum. Zähle nicht darauf, dass ein Stoß achteraus das Heck zum Kai bringt.
Prüfungstipps
- Querkraft des Propellers heißt Radeffekt: eine Seitenkraft am Heck.
- Rechtsgängig heißt im Uhrzeigersinn voraus, von achtern gesehen. Ein Festpropeller versetzt das Heck achteraus meist nach Backbord.
- Der Radeffekt ist achteraus am stärksten. Nutze ihn bei rechtsgängigem Propeller fürs Anlegen mit Backbord längsseits und Steuerborddrehungen.
- Teste dein Boot. Verstellpropeller folgen nicht der Umkehrregel für Festpropeller.
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