Wind und Strom
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Gib einen kurzen Schubimpuls und beobachte Heck, Bug und Drehpunkt. Die Kräfte sind für diese 11-m-Lehrjacht vereinfacht; übe mit deinem Boot auf sicherem freiem Wasser.
1Die Lektion in einfachen Worten
Strom trägt dich über Grund, Wind drückt auf Flächen über Wasser. Laufe gegen die stärkere Wirkung auf dein Boot an und beobachte ähnliche festgemachte Boote.
Strom und Grund
Ein Strom ist bewegtes Wasser. Er trägt dich über Grund, relativ zu Meeresboden und Ufer. Die Steuerwirkung hängt von der Bewegung durchs Wasser ab, das am Ruder vorbeiströmt. Direkt gegen einen 2-Knoten-Strom mit 2 Knoten Fahrt durchs Wasser hältst du deine Position über Grund und behältst Ruderanströmung. Ein frei treibendes Boot wird von gleichmäßigem Strom mitgetragen, ohne durch diesen allein gedreht zu werden. Ungleichmäßige Strömung oder Festhalten kann es ausschwingen lassen.
Wind und Windangriffsfläche
Die Windangriffsfläche ist die dem Wind ausgesetzte Fläche, auf die der Wind drückt: Rumpfseiten, Kajüte und Mast. Ein hochbordiges Boot spürt meist mehr Windkraft als ein niedriges. Bei sonst gleichen Bedingungen ergibt doppelte Windgeschwindigkeit etwa vierfache Kraft. Bei einem stillliegenden Boot mit hohem Bug wird der Bug oft nach Lee gedrückt, also in Windrichtung. Eine hohe Kajüte achtern kann dieses Verhalten ändern. Beobachte dein Boot, statt anzunehmen, dass jeder Bug wegdreht.
Gegensätzliche Richtungsangaben
Wind wird danach benannt, woher er kommt: Nordwind weht von Nord nach Süd. Strom wird danach benannt, wohin er setzt: Nordstrom setzt nach Norden. Die Stromrichtung ist die Richtung, in die das Wasser fließt. Um gegen diesen Nordstrom zu fahren, richte den Bug nach Süden. Gegen Nordwind richte ihn nach Norden.
Gegen die stärkere Wirkung anlaufen
Richte den Bug beim langsamen Anlaufen gegen das, was stärker auf dein Boot wirkt. Vergleiche nicht Wind- und Stromgeschwindigkeiten in Knoten. Ihre Wirkungen hängen vom Boot ab. Gegen den Strom kannst du Wasser am Ruder vorbeiströmen lassen und dich über Grund wenig bewegen. Gegen den Wind hilft dir der Wind beim Abbremsen. Prüfe beide Kräfte, bevor du eine Richtung wählst.
Festgemachte Boote lesen
Beobachte Boote, die an einem einzelnen Festmachepunkt frei schwingen können, besonders ähnliche wie deines. Die Boote zeigen mit dem Bug meist gegen die vorherrschende Kraft. Stromauf zeigende Boote deuten auf vorherrschenden Strom, gegen den Wind zeigende auf vorherrschenden Wind. Unterschiedliche Unterwasserformen und Windangriffsflächen können Nachbarboote verschieden ausrichten. Längsseits festgemachte Boote können nicht frei schwingen. Ihre Ausrichtung ist daher wenig aussagekräftig. Bestätige deine Beobachtung durch Windanzeiger und Wasserbewegung an festen Pfählen.
2Wichtige Daten
- Windbenennung
- Woher er kommt: Nordwind = aus Norden
- Strombenennung
- Wohin er setzt: Nordstrom = nach Norden
- Mit 2 Knoten durchs Wasser gegen 2-Knoten-Strom
- 0 Knoten über Grund, mit Wasserströmung am Ruder
- Stillliegendes Boot mit hohem Bug
- Bug wird oft nach Lee gedrückt; der Aufbau kann das ändern
3Kernpunkte
- 1
Strom trägt dich über Grund. Ruderanströmung hängt von der Fahrt durchs Wasser ab.
- 2
Wind wirkt auf die Windangriffsfläche. Bei stillliegendem Boot wird ein hoher Bug oft nach Lee gedrückt.
- 3
Wind wird nach woher, Strom nach wohin benannt.
- 4
Laufe gegen das an, was die stärkere Wirkung auf dein Boot hat.
- 5
Beobachte ähnliche, frei schwingende Boote an einzelnen Festmachepunkten. Bestätige es mit weiteren Hinweisen.
4Häufige Fehler
Falsch: Nordwind und Nordstrom bewegen dich in dieselbe Richtung.
Richtig: Der Wind kommt aus Norden und drückt nach Süden. Der Strom fließt nach Norden.
Falsch: Keine Bewegung über Grund bedeutet keine Ruderanströmung.
Richtig: Du kannst gegen den Strom deine Position halten. Mit 2 Knoten durchs Wasser gegen 2 Knoten Strom bleibst du über Grund stehen. Wasser strömt weiter am Rumpf vorbei. Der Propellerstrahl voraus kann zusätzliche Ruderanströmung liefern.
Falsch: Jedes festgemachte Boot zeigt, welche Kraft bei meinem vorherrschen wird.
Richtig: Vergleiche ähnliche, frei schwingende Boote. Rumpfform, Unterwasserfläche und Windangriffsfläche ändern das Gleichgewicht. Längsseits liegende Boote können es nicht durch ihre Ausrichtung zeigen.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Ein Fluss strömt mit 1,5 Knoten flussabwärts. Leichter Wind weht flussaufwärts. Ähnliche, frei um einzelne Festmachepunkte schwingende Boote zeigen stromauf. In welcher Richtung läufst du langsam an?
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Richte den Bug stromauf, gegen den Strom. Die ähnlichen Boote deuten auf seine stärkere Wirkung hin. Mit 2 Knoten durchs Wasser gegen 1,5 Knoten Strom machst du etwa 0,5 Knoten über Grund. Mit angepassten 1,5 Knoten durchs Wasser hältst du deine Position über Grund und behältst Ruderanströmung.
Prüfungstipps
- Strom verändert Bewegung über Grund. Steuerwirkung hängt von der Anströmung durchs Wasser ab.
- Wind wirkt auf die Windangriffsfläche. Bei stillliegendem Boot wird ein hoher Bug oft nach Lee gedrückt. Der Bootsaufbau kann das ändern.
- Windrichtung nennt die Herkunft, Stromrichtung das Ziel.
- Laufe gegen die vorherrschende Wirkung an. Nutze vergleichbare, frei um einzelne Festmachepunkte schwingende Boote als Hinweis.
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