Gegenkontrolle und Weiterfahrt bei Plotterausfall
1Die Lektion in einfachen Worten
Prüfe die elektronische Position regelmäßig mit unabhängigen Beobachtungen. Fällt der Plotter aus, navigierst du vom letzten dokumentierten Ort aus ruhig weiter.
Eine Quelle reicht nicht
Eine Gegenkontrolle vergleicht deine elektronische Position mit GNSS-unabhängigen Beobachtungen. Übereinstimmung erhöht das Vertrauen, ist aber keine Garantie. Widersprechen sich Quellen, halte dich von Gefahren frei und prüfe Beobachtungen sowie Geräteeinstellungen erneut. Eine einzelne Peilung, Deckpeilung oder Tiefenlotung ergibt meist keinen vollständigen beobachteten Ort. Prüfe regelmäßig unabhängig, nicht erst bei auffälligen Abweichungen.
Schnelle Kontrollen
Tiefe: Rechne die Echolotanzeige unter Berücksichtigung von Bezug und Korrekturwert auf Tiefe unter der Wasserlinie um. Ziehe die Höhe der Gezeit ab, um mit der Kartentiefe zu vergleichen. Peilungen: Eine um Missweisung und Ablenkung berichtigte, rechtweisende Kompasspeilung sollte durch deinen eingetragenen Ort laufen. Deckpeilungen: Zwei identifizierte kartierte Objekte in Deckung liefern eine Standlinie. Radarentfernung: Der Abstand zu einem identifizierten kartierten Objekt grenzt den Ort ebenfalls ein. Die Lerneinheit Ortsbestimmung erklärt geeignete Kombinationen und das Eintragen.
Kontrolle mit Koppelrechnung
Vergleiche GNSS mindestens stündlich, nahe Gefahren öfter, mit deinem unabhängig geführten Koppelort (DR) oder geschätzten Ort (EP). Eine Abweichung ist ein Untersuchungsanlass, keine Diagnose. Vom selben Ausgangsort aus erzeugt ein unberücksichtigter Gezeitenstrom normalerweise einen wachsenden Versatz; ein konstanter Abstand kann auf einen früheren Ortsbestimmungs- oder Bezugsdatumfehler hindeuten. Ein Sprung oder unerklärter Trend erfordert unabhängige Kontrollen. Die Lerneinheit Koppelnavigation erklärt DR und EP.
Ein echter Ersatz
Aktuelle Papierseekarten in geeignetem Maßstab, mit eingezeichneter Route und laufendem Logbuch, erlauben unabhängige Weiterfahrt, während du deinen Ort bestimmst. Ein separat versorgtes Handy oder Tablet mit Offline-Karten kann einen Plotter- oder Stromausfall überbrücken. Seine GNSS-Position bleibt für dieselben Funkstörungen anfällig, doch die Karte unterstützt weiterhin Navigation mit unabhängigen Beobachtungen.
2Schritt für Schritt
Wenn der Plotter ausfällt
- 1
Sichere zuerst das Boot: Steuere einen sicheren Kompasskurs und verringere nötigenfalls die Fahrt.
Halte dich von Gefahren frei und gewinne Seeraum, bevor du mit Kartenarbeit oder Fehlersuche beginnst.
- 2
Notiere aktuelle Zeit und Logstand. Trage den letzten verifizierten Ort mit seiner eigenen Zeit und seinem Logstand ein; kopple ihn bis jetzt als Koppelort oder geschätzten Ort fort.
Der letzte bestimmte Ort gehört zu seiner ursprünglichen Zeit. Dein jetziger Koppelort oder geschätzter Ort bleibt unsicher; er ist kein neuer beobachteter Ort.
- 3
Bestimme deinen Ort möglichst bald unabhängig aus geeigneten Beobachtungskombinationen, sobald es sicher ist. Prüfe ihn anhand der Tiefe.
Eine einzelne Beobachtung grenzt den Ort meist nur ein. Eine unabhängige Ortsbestimmung begrenzt die Unsicherheit deines Koppelortes oder geschätzten Ortes.
- 4
Navigiere zwischen Ortsbestimmungen mit Koppelort oder geschätztem Ort weiter und protokolliere jeden bestimmten Ort.
Mit schriftlicher Aufzeichnung kann jeder die Navigation übernehmen.
- 5
Suche dann den Fehler: Stromversorgung, Sicherung, Antennenkabel, Einstellungen.
Viele Ausfälle lassen sich einfach beheben, sobald das Boot sicher ist.
- 6
Vergleiche den neu gestarteten Plotter vor erneuter Nutzung mit einem unabhängig bestimmten Ort und kontrolliere weiter.
Übereinstimmung erhöht das Vertrauen, beweist aber nicht, dass das System frei von Fehlern oder Funkstörungen ist.
3Wichtige Daten
- Tiefenkontrolle
- Tiefe unter Wasserlinie − Höhe der Gezeit ≈ Kartentiefe
- Routine
- GNSS stündlich mit Koppelort oder geschätztem Ort vergleichen
- Deckpeilung
- Identifizierte Marken in Deckung: eine Standlinie, kein vollständiger Ort
- Handy oder Tablet
- Ersatz für die Anzeige, nicht für das Satellitensignal
4Kernpunkte
- 1
Prüfe mit GNSS-unabhängigen Methoden: Tiefe, Peilungen, Deckpeilungen, Radarentfernungen.
- 2
Vergleiche GNSS stündlich mit Koppelort oder geschätztem Ort und untersuche jeden Sprung.
- 3
Widersprechen sich Quellen, vergrößere den Sicherheitsabstand und untersuche die Ursache; wähle nicht einfach eine Quelle.
- 4
Handy-GNSS hat dasselbe Störrisiko; Offline-Karten können dennoch unabhängige Navigation unterstützen.
- 5
Bei Ausfall zuerst das Boot sichern, dann den Ort bestimmen, dann den Fehler suchen.
5Häufige Fehler
Falsch: Prüfe nur nach, wenn der Plotter falsch zu liegen scheint.
Richtig: Spoofing und Kartenfehler können unauffällig wirken. Prüfe regelmäßig, jede Stunde und vor jeder Gefahrenstelle.
Falsch: Ein Tablet mit Navigations-App ist ein vollständiger Ersatz.
Richtig: Ein separat versorgtes Tablet mit Offline-Karten kann Plotter- oder Stromausfall überbrücken. Seine GNSS-Position hat dasselbe Störrisiko; die Karte unterstützt aber Navigation mit unabhängigen Beobachtungen.
Falsch: Beginne bei Plotterausfall sofort mit der Fehlersuche.
Richtig: Steuere zuerst einen sicheren Kompasskurs und verringere nötigenfalls die Fahrt. Halte dich von Gefahren frei, bevor du Orte aufzeichnest, unabhängig bestimmst oder Fehler suchst.
6Praxisfall & Prüfungstipps
Auf einer Küstenfahrt mit 6 kn wird der Plotter dunkel. Dein letzter Logbucheintrag vor 40 Minuten nennt Position und Kurs. Eine Landspitze mit vorgelagertem kartiertem Felsen liegt 3 M voraus. Ein Kirchturm und eine Bake sind kartiert und sichtbar.
Antwort zeigen
Steuere auf sicherem Kompasskurs vom Felsen frei; verringere nötigenfalls die Fahrt. Notiere aktuelle Zeit und Logstand; trage den letzten verlässlichen Ort mit eigener Zeit und Logstand ein und kopple ihn als Koppelort oder geschätzten Ort bis jetzt fort. Dein jetziger Ort ist unsicher. Bestimme ihn unabhängig mit den sichtbaren Marken; prüfe mit Tiefe, Korrekturwert und Gezeit. Navigiere auf Papier weiter, dann suche den Fehler. Prüfe den Plotter vor erneuter Nutzung unabhängig und kontrolliere weiter.
Prüfungstipps
- Unabhängige Kontrollen: Tiefe, Peilungen, Deckpeilungen, Radarentfernungen, Koppelort/geschätzter Ort.
- GNSS mindestens stündlich mit DR/EP vergleichen; konstante Abstände und Sprünge unabhängig untersuchen.
- Plotterausfall: sicher steuern, nötigenfalls langsamer; aktuelle Zeit/Logstand und eigene Zeit/Logstand des letzten bestimmten Ortes notieren; DR/EP fortführen, unabhängig Ort bestimmen, dann Fehler suchen.
- Papierseekarte und Logbuch bleiben bei Jamming und Spoofing nutzbar.
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