Meine Module›M4 Navigation›4. GPS und Kartenplotter: Position, Wegpunkte und Grenzen
Einheiten ansehen

GPS und Kartenplotter: Position, Wegpunkte und Grenzen

5 Lektionen
Keine Notizen
Navigation≈ 3 Min. Lesezeit

Grenzen des Kartenplotters: Zoom, Überzoom, Einstellungen und Autorouting

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Ein Kartenplotter wirkt genau. Beim Herauszoomen können kleine Gefahren verschwinden; Überzoom vergrößert Fehler. Prüfe Einstellungen, Aktualisierungen und jede automatisch berechnete Route.

Bildschirm und Wirklichkeit

Ein Kartenplotter zeigt deine GNSS-Position auf einer elektronischen Seekarte. Das wirkt exakt, ist aber nur so gut wie Kartendaten, Plottereinstellungen und zugeführte Position. Das Bootssymbol kann sauber im Fahrwasser liegen, während dein Boot bereits in der Untiefe ist.

Zoom und Überzoom

Elektronische Seekarten beruhen auf Daten für bestimmte Maßstäbe. Beim Herauszoomen kann der Plotter kleine Felsen, Wracks und Tiefenangaben ausblenden, damit die Anzeige lesbar bleibt. Vergrößerst du über den ursprünglichen Datenmaßstab hinaus, nennt sich das Überzoom. Dabei werden nur dieselben Daten vergrößert: Die Anzeige wirkt detailliert, wird aber nicht genauer. Eine Küstenlinie aus einer Quelle im Maßstab 1:200.000 kann um 100 m oder mehr abweichen. Prüfe Gefahrenstellen in mehreren Zoomstufen.

Einstellungen und Aktualisierungen

Das Kartenbezugssystem ist die Koordinatengrundlage der Karte; üblich ist WGS84. Stimme das Bezugssystem von Empfänger und Karte ab. Dein Tiefgang reicht von der Wasserlinie bis zum tiefsten Punkt des Boots. Stelle laut Handbuch die Sicherheitstiefen-Schattierung und die Mindesttiefe für Autorouting auf Tiefgang plus Reserve ein. Prüfe Flachwasseralarm-Einstellungen separat: Diese Funktionen können verschiedene Werte nutzen. Halte Karten aktuell und prüfe Ausgabe- und letzten Berichtigungsstand im Karteninformationsmenü.

Autorouting

Viele Plotter bieten Autorouting, also automatische Routenplanung anhand von Tiefgang, Bootshöhe und Sicherheitseinstellungen. Dabei zählen nur kartierte Daten und diese Einstellungen. Die Route kann dicht an Seezeichen vorbeiführen oder unsichere beziehungsweise gesperrte Gebiete durchqueren. Prüfe jeden Abschnitt selbst in großem Maßstab, bevor du ihm folgst.

Ein echter Unfall

2014 lief eine Regattayacht bei einer Weltumsegelung nachts mit hoher Fahrt auf ein kartiertes Riff im Indischen Ozean. In der Zoomstufe, mit der die Crew die Route geprüft hatte, war das Riff nicht sichtbar. Die Lehren der Untersuchung: Routen in großem Maßstab prüfen, mehrere Quellen nutzen sowie Papierseekarten und Seehandbücher mitführen.

2Wichtige Daten

Überzoom
Über den Datenmaßstab vergrößert: wirkt genau, ist es aber nicht
Herausgezoomt
Kleine Gefahrenstellen können ausgeblendet sein
Kartenbezugssystem
Normalerweise WGS84
Tiefeneinstellungen
Tiefgang, Tiefenschattierung, Alarme und Routing-Mindesttiefe prüfen
Autorouting
Nur Daten und Einstellungen: jeden Abschnitt prüfen

3Kernpunkte

  1. 1

    Herausgezoomt kann ein Plotter kleine Gefahrenstellen ausblenden. Prüfe mehrere Zoomstufen.

  2. 2

    Überzoom vergrößert die Daten, ohne sie genauer zu machen.

  3. 3

    Prüfe Tiefgang, Sicherheitstiefen-Schattierung, Alarme und Mindesttiefe der Routenplanung separat. Halte Karten aktuell.

  4. 4

    Autorouting kennt nur Daten und Einstellungen. Prüfe jeden Abschnitt selbst.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Eine Gefahrenstelle, die nicht auf dem Bildschirm ist, gibt es nicht.

    Richtig: Sie kann in dieser Zoomstufe ausgeblendet sein. Zoome entlang der ganzen Route hinein und prüfe die Papierseekarte.

  • Falsch: Starkes Hineinzoomen macht die Karte genauer.

    Richtig: Überzoom vergrößert nur dieselben Daten. Die Anzeige kann scharf wirken und trotzdem um 100 m oder mehr abweichen.

  • Falsch: Eine automatisch berechnete Route ist sicher, weil der Plotter sie erstellt hat.

    Richtig: Sie folgt nur den Kartendaten und deinen Einstellungen. Falsche Einstellungen oder veraltete Daten ergeben eine falsche Route.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Die automatisch berechnete Route zu einem Inselankerplatz sieht frei aus. Hineingezoomt führt sie über eine 1,5-m-Stelle neben einem Riff. Dein Tiefgang beträgt 2,0 m, die Mindesttiefe beim Autorouting stand auf 1,0 m. Was ging schief, und was tust du?

Antwort zeigen

Die kartierte Tiefe der Route reicht für deinen Tiefgang samt Reserve nicht aus. Verwirf sie. Korrigiere die Autorouting-Mindesttiefe laut Handbuch auf Tiefgang plus Reserve. Prüfe Sicherheitstiefen-Schattierung und Alarme separat. Plane neu und prüfe jeden Abschnitt in großem Maßstab und auf Papier. Prüfe den Berichtigungsstand der Karten und vor der Annäherung die tatsächliche Wassertiefe.

Prüfungstipps

  • Herausgezoomt können kleine Gefahrenstellen ausgeblendet sein. Prüfe mehrere Zoomstufen.
  • Überzoom: Vergrößern über den Datenmaßstab hinaus täuscht Genauigkeit vor.
  • Tiefgang, Sicherheitstiefen-Schattierung, Alarme und Mindesttiefe der Routenplanung separat prüfen; Karten aktualisieren.
  • Prüfe automatisch berechnete Routen Abschnitt für Abschnitt, bevor du ihnen folgst.

Diese Einheit abschließen

Wenn du sie gelesen hast, ordne die Begriffe zu und beantworte dann drei Fragen. Ist alles richtig, schließt du die Einheit ab; nur die Seite zu öffnen zählt nicht.

Meine Notizen zu dieser Einheit

Keine Notizen