Schiffswegeführung, Meldesysteme und Ozeanroutenplanung
1Die Lektion in einfachen Worten
IMO-Wegeführungsmaßnahmen und Meldesysteme prägen deine Route ebenso wie die Wassertiefen. Erfasse sie bei der Bewertung und arbeite sie in den Plan ein.
IMO-Schiffswegeführung
SOLAS V/10 bestimmt die IMO als zuständige Stelle für die Annahme internationaler Schiffswegeführungssysteme. Du findest diese Maßnahmen in der IMO-Veröffentlichung Ships' Routeing zur Schiffswegeführung, in Seekarten und elektronischen Navigationskarten (ENCs). Ermittle vor der Routengenehmigung, welche Maßnahmen für dein Schiff gelten. Das Verhalten in Verkehrstrennungsgebieten (VTG) behandelt die Einheit Verkehrstrennungsgebiete.
Wirkung der Maßnahmen
Ein VTG trennt gegenläufige Verkehrsströme. Eine Küstenverkehrszone liegt zwischen seiner landseitigen Grenze und der Küste. Ein Schifffahrtsweg mit Gegenverkehr führt Verkehr in beide Richtungen. Ein Tiefwasserweg hat festgelegte Grenzen und vermessene Tiefen. Ein Vorsichtsgebiet verlangt besondere Vorsicht; eine Verkehrsrichtung kann empfohlen sein. Ein empfohlener Kurs wurde auf navigatorische Gefahren untersucht. Prüfe vor der Routengenehmigung die veröffentlichte Anwendbarkeit sowie den verbindlichen oder empfehlenden Status.
Zu meidende Gebiete
Ein zu meidendes Gebiet (ATBA) schützt vor Navigationsgefahren oder Umweltschäden. Es kann für alle Schiffe oder bestimmte Klassen gelten. Markiere zutreffende ATBAs als nicht befahrbar. Ein Ankerverbotsgebiet beschränkt das Ankern; es verbietet für sich allein keine Durchfahrt. Ein besonders empfindliches Meeresgebiet (PSSA) ist nicht automatisch unbefahrbar. Ermittle seine zugehörigen Schutzmaßnahmen, etwa Wegeführungs- oder Meldepflichten, und wende sie an.
Meldungen und Verkehrssicherung
SOLAS V/11 behandelt Schiffsmeldesysteme. Von der IMO angenommene verbindliche Systeme müssen von den darin genannten Schiffen genutzt werden. SOLAS V/12 behandelt Schiffsverkehrsdienste (VTS). Plane jeden Meldepunkt: Was meldest du wann und auf welchem Kanal? Ein bekanntes Beispiel ist die Straße von Dover: ein VTG mit dem verbindlichen Meldesystem CALDOVREP und Verkehrsdiensten an beiden Küsten.
Informationsquellen
Nutze Seekarten und ENCs, Seehandbücher, die IMO-Veröffentlichung Ships' Routeing, Seefunkverzeichnisse für Melde- und VTS-Angaben sowie nautische Warnnachrichten. Prüfe örtliche Vorschriften. Sie können zusätzliche Geschwindigkeitsgrenzen, Lotsenpflichten und Umweltregeln enthalten. Saisonale Maßnahmen wie Walschutzgebiete gelten möglicherweise nur während eines Teils des Jahres.
Ozeanroutenplanung
Karten und Veröffentlichungen zur Ozeanroutenplanung behandelt die Einheit Planung von Ozeanpassagen. Zur wetterabhängigen Routenwahl siehe die Einheit Wetterroutenplanung.
2Wichtige Daten
- Schiffswegeführung
- SOLAS V/10; veröffentlicht in IMO Ships' Routeing
- Schiffsmeldesysteme
- SOLAS V/11
- Schiffsverkehrsdienste
- SOLAS V/12
- Verhalten im VTG
- Kollisionsverhütungsregeln (KVR), Regel 10
- Meldungen in der Straße von Dover
- CALDOVREP, ein verbindliches Meldesystem
3Kernpunkte
- 1
Wegeführungsmaßnahmen (SOLAS V/10) umfassen VTG, Tiefwasserwege, ATBA und Vorsichtsgebiete.
- 2
Verbindliche Schiffsmeldesysteme (V/11) und VTS (V/12): jede Meldung und jeden Kanal einplanen.
- 3
Prüfe Seekarten, Seehandbücher, Ships' Routeing, Seefunkverzeichnisse und örtliche Vorschriften.
- 4
Methoden zur Routenplanung auf hoher See findest du in den Einheiten Planung von Ozeanpassagen und Wetterroutenplanung.
4Häufige Fehler
Falsch: Ein Tiefwasserweg ist die empfohlene Route für jedes Schiff.
Richtig: Tiefwasserwege sind für Schiffe gedacht, die diese Tiefe brauchen. Andere Schiffe sollten sie nicht unnötig nutzen.
Falsch: Ein zu meidendes Gebiet ist nur eine Empfehlung und kann bei Zeitdruck ignoriert werden.
Richtig: Plane außerhalb eines ATBA, wenn es für dein Schiff gilt. Es schützt dich vor einer Gefahr oder schützt ein empfindliches Gebiet.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Dein beladener Tanker passiert ein Küstengebiet mit einem von der IMO festgelegten zu meidenden Gebiet für Tanker, einem VTG, einem Tiefwasserweg und einem verbindlichen Meldesystem. Die kürzeste Route kreuzt das ATBA. Wie berücksichtigst du das im Plan?
Antwort zeigen
Markiere das ATBA für dieses Schiff als nicht befahrbar und plane die Route außerhalb. Prüfe, welche angenommenen Wegeführungsmaßnahmen gelten, und zeichne eine regelkonforme Route ein. Prüfe, ob der Tiefwasserweg zu deinem Tiefgang passt. Nutze für das Verhalten im VTG die entsprechende Einheit. Markiere Meldepunkte, Meldeformat, Kanäle, Zeiten und VTS-Kontakte. Prüfe örtliche Geschwindigkeits- und Umweltregeln und weise die Wachoffiziere ein.
Prüfungstipps
- SOLAS V/10 Schiffswegeführung (VTG, Küstenverkehrszone, Tiefwasserweg, ATBA, Vorsichtsgebiet, empfohlener Kurs).
- SOLAS V/11 Schiffsmeldesysteme; V/12 VTS; KVR-Regel 10 für das Verhalten im VTG.
- Quellen: Seekarten/ENCs, Seehandbücher, IMO Ships' Routeing, Seefunkverzeichnisse, örtliche Vorschriften.
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