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Reiseplanung auf der Führungsebene: ECDIS, Routenwahl, Eis und enge Gewässer

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Begrenzte Gewässer und Vorgaben zur Kielfreiheit

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Kielfreiheit ist, was nach allen statischen und dynamischen Abzügen bleibt. Plane sie für die ungünstigste Stelle, zur geplanten Zeit und bei der geplanten Fahrt.

Was ist Kielfreiheit?

Die Kielfreiheit (UKC) ist der Abstand zwischen Kiel und Meeresboden. Die statische UKC ergibt sich aus Wassertiefe minus Tiefgang des ruhenden Schiffes. Wassertiefe = Kartentiefe + Höhe der Gezeit. Berücksichtige die Vermessungsgenauigkeit anhand der Zuverlässigkeitszone sowie Wasserdichte, Trimm und Schlagseite. Die statische UKC ist der Wert, bevor sich das Schiff bewegt.

Dynamische Abzüge

Ein fahrendes Schiff braucht mehr Reserve. Squat, das fahrbedingte Absinken und die Trimmänderung im Flachwasser, wächst ungefähr mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Seegangsbewegungen, also Tauchen, Stampfen und Rollen in Dünung, verbrauchen weitere Reserve. Krängung beim Drehen oder durch Wind senkt die Kimm, den Übergang vom Schiffsboden zur Bordwand. Nach diesen Abzügen bleibt die dynamische UKC. Sie muss die Vorgaben erfüllen.

Die Vorgaben

Unternehmen und Hafenbehörden legen eine Mindestkielfreiheit fest. Häufig ist es ein Prozentsatz des Tiefgangs, ein fester Meterwert oder beides, mit unterschiedlichen Werten für offene See, Ansteuerung und Hafen. Verwende den strengeren Wert von Unternehmen und Hafen. Prüfe die geringsten Tiefen und jeden Abschnitt zur erwarteten Durchfahrtszeit. Berücksichtige Fahrt und Bedingungen; maßgeblich ist die kleinste verbleibende dynamische UKC.

Squat abschätzen

Eine verbreitete Faustformel nach Barrass ergibt den maximalen Squat in Metern ≈ Cb × V² ÷ 100 im offenen Flachwasser. Im eingeengten Fahrwasser ist er etwa doppelt so groß: Cb × V² ÷ 50. Cb ist der Blockkoeffizient, ein Maß für die Völligkeit des Rumpfes. V ist die Fahrt durchs Wasser in Knoten. Behandle das Ergebnis als Schätzung. Die Einheit Schiffsmanövrierung behandelt Squat ausführlich.

Rechenbeispiel

Kartentiefe 14,0 m + Gezeitenhöhe 1,2 m − Tiefgang 12,5 m ergibt eine statische UKC von 2,7 m. Bei Cb 0,80 im eingeengten Fahrwasser beträgt der Squat bei 10 Knoten 1,6 m. Es bleiben 1,1 m: weniger als die vorgeschriebenen 10 % beziehungsweise 1,25 m. Bei 8 Knoten beträgt der Squat etwa 1,02 m. Vor weiteren Abzügen bleiben etwa 1,68 m. Akzeptiere diese Fahrt nur, wenn nach allen übrigen Abzügen mindestens 1,25 m bleiben und das Schiff ausreichend steuerfähig ist. Prüfe die Tide zu den geänderten Durchfahrtszeiten erneut.

2Wichtige Daten

Wassertiefe
Kartentiefe + Höhe der Gezeit
Statische UKC
Wassertiefe − Tiefgang in Ruhe
Squat im offenen Flachwasser
≈ Cb × V² ÷ 100 Meter (V in Knoten)
Squat im eingeengten Fahrwasser
≈ Cb × V² ÷ 50 Meter
Dynamische Abzüge
Squat, Seegangsbewegungen, Krängung

3Kernpunkte

  1. 1

    Statische UKC = Kartentiefe + Gezeitenhöhe − Tiefgang, unter Berücksichtigung von Vermessungsgenauigkeit, Dichte, Trimm und Schlagseite.

  2. 2

    Ziehe Squat, Seegangsbewegungen und Krängung ab. Die verbleibende dynamische UKC muss die Vorgaben erfüllen.

  3. 3

    Squat ≈ Cb × V² ÷ 100 im offenen Flachwasser, im eingeengten Fahrwasser etwa doppelt so groß.

  4. 4

    Die Fahrt ist der schnellste Stellhebel: Halbierst du sie, sinkt der Squat auf etwa ein Viertel.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Wenn die statische UKC die Vorgaben erfüllt, ist die Passage bei jeder Fahrt sicher.

    Richtig: Squat, Seegangsbewegungen und Krängung verringern die UKC während der Fahrt. Prüfe die dynamische UKC bei der geplanten Geschwindigkeit.

  • Falsch: Squat wächst proportional zur Geschwindigkeit.

    Richtig: Er wächst ungefähr mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Eine Reduzierung von 10 auf 8 Knoten senkt ihn um mehr als ein Drittel.

  • Falsch: Kartentiefen sind überall auf den Dezimeter verlässlich.

    Richtig: Die Vermessungsgenauigkeit hängt von Zuverlässigkeitszone und Alter der Vermessung ab. Plane bei unzureichender oder alter Vermessung zusätzliche Reserve ein.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Geringste Kartentiefe 12,5 m, Gezeitenhöhe 0,9 m. Tiefgang 11,0 m, Cb 0,82, geplante Fahrt 9 Knoten im eingeengten Fahrwasser. Hafenvorgabe: dynamische UKC mindestens 1,0 m. Ist der Plan akzeptabel?

Antwort zeigen

Die Sicherheit ist noch nicht nachgewiesen. Wassertiefe 13,4 m; statische UKC 2,4 m. Der Squat bei 9 Knoten beträgt etwa 1,33 m. Vor weiteren Abzügen bleiben etwa 1,07 m: nur etwa 0,07 m über der Hafenvorgabe. Prüfe Unternehmensvorgaben sowie Reserven für Vermessung, Tide, Tiefgang, Dichte, Trimm/Schlagseite, Seegang und Krängung. Prüfe weniger Fahrt oder mehr Gezeitenhöhe. Berechne für die geänderten Durchfahrtszeiten neu und bestätige vor der Genehmigung die Steuerfähigkeit. Dokumentiere und erläutere die endgültigen Grenzen.

Prüfungstipps

  • Statische UKC = (Kartentiefe + Höhe der Gezeit) − Tiefgang; Vermessungsgenauigkeit, Dichte, Trimm und Schlagseite berücksichtigen.
  • Dynamische Abzüge: Squat, Seegangsbewegungen, Krängung. Es gilt die strengere Unternehmens- oder Hafenvorgabe.
  • Barrass-Schätzung: Squat ≈ Cb V² ÷ 100 (offenes Flachwasser), ≈ Cb V² ÷ 50 (eingeengtes Fahrwasser).

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