Meine Module›M7 Knoten›14. Festmach- und Ankermanöver auf dem Schiff: Festmacher- und Schlepperleinen, zulässige Arbeitslasten, die Ankerwinde und das Festmachen an der Boje (STCW A-II/5)
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Festmach- und Ankermanöver auf dem Schiff: Festmacher- und Schlepperleinen, zulässige Arbeitslasten, die Ankerwinde und das Festmachen an der Boje (STCW A-II/5)

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Knoten≈ 4 Min. Lesezeit

Die Ankerstation: Ankerwinde, Fallenlassen und Kettenmeldungen

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

An der Ankerwinde prüfst du die Bremse, löst Stopper, fierst den Anker aus und meldest die Kettenlage so, dass die Brücke sie versteht.

Die Ankerwinde

Die Ankerwinde treibt eine Kettennuss an: ein Rad mit geformten Taschen, die jedes Kettenglied greifen. Eine Kupplung verbindet sie mit dem Motor (eingekuppelt) oder trennt sie davon (ausgekuppelt). Dann hält nur die Bandbremse. Auf See hält ein Kettenstopper an Deck die Kette, oft zusätzlich eine Teufelskralle, ein Haken, der ein Kettenglied greift. Der Anker ist festgezurrt. Das innere Kettenende, das bittere Ende, ist im Kettenkasten befestigt. Maschinenkunde: Schiff: Decksmaschinen.

Vorbereiten

Ein fachkundiger Seemann prüft vor dem Lösen von Zurrungen, Teufelskralle und Stopper, ob die Bremse angezogen ist. Ein Offizier leitet die Arbeit mit Funkverbindung zur Brücke. Trage Helm, Sicherheitsschuhe, Handschuhe und Schutzbrille gegen Rost und Schlamm. Stehe achterlich oder weit genug entfernt von Ankerwinde und laufender Kette. Fiere den Anker eingekuppelt aus der Ankerklüse (Rumpföffnung für die Kette) heraus, um den freien Lauf zu prüfen. Befolge auf sehr großen Schiffen das Bordverfahren zum stufenweisen oder vollständigen Ausfieren.

Kettenlängen

Die Kette besteht aus Kettenlängen, meist 27,5 m (15 Faden) lang und durch markierte Verbindungsschäkel verbunden. Zähle sie und melde wie angeordnet 'three shackles in the water' (drei Längen im Wasser) oder 'on deck' (an Deck). Ohne Klassenvermerk zum Tiefwasserankern ist die Standardhublast ein senkrecht hängender Anker plus 82,5 m Kette. Beachte die Schiffsgrenzen. Die Brücke entlastet übermäßigen Kettenzug mit der Maschine; die Ankerwinde darf das Schiff nicht gegen Wind oder Strom ziehen.

Kettenlage melden

Melde, wohin die Kette steht: voraus, achteraus, Backbord oder Steuerbord, oft als Uhrzeit vom Bug aus, und ob sie lose oder unter Zug ist. Brought up bedeutet: Das Schiff liegt vor Anker. Die Kette spannt sich und hängt wieder durch, wenn es zum Stehen kommt. Beim Hieven meldest du 'up and down' (Kette senkrecht), 'anchor aweigh' (Anker vom Grund los), dann 'clear of the water' (aus dem Wasser). Melde frei oder foul (unklar: in Kette oder Unrat verfangen), dann 'home' (in der Klüse).

Sicher arbeiten

Läuft der Anker bei gelöster Bremse nicht, rüttle nicht an der Kette: Bremse anziehen, einkuppeln und ausfieren. Betritt den Kettenkasten nie ohne Schutzmaßnahmen für geschlossene Räume. Spüle beim Einholen Schlamm von der Kette. Sichere den eingeholten Anker mit Stopper, Bremse und Zurrungen, damit er auf See nicht ausrauschen kann.

2Schritt für Schritt

Einen Anker aus der Bremse fallen lassen

  1. 1

    Bestätige Befehl und Brückenverbindung und prüfe, ob die Bremse angezogen ist.

    Die Bremse muss halten, bevor irgendein Stopper gelöst wird.

  2. 2

    Kupple ein, löse dann Zurrungen, Teufelskralle und Kettenstopper.

    Mit eingekuppelter Kettennuss und angezogener Bremse kann nichts unerwartet ausrauschen.

  3. 3

    Löse die Bremse und fiere den Anker mit Motorkraft aus der Ankerklüse oder bis zur befohlenen Tiefe aus.

    Das prüft den freien Lauf und verringert den Stoß auf die Bremse.

  4. 4

    Ziehe die Bremse an, kupple die Kettennuss aus und melde 'ready to let go' – bereit zum Fallenlassen.

    Nun hält nur die Bremse die Kette, bereit zum Lösen.

  5. 5

    Löse auf 'let go' – fallen lassen – die Bremse. Reguliere damit die Kettengeschwindigkeit und zähle die Längen.

    Unkontrolliertes Ausrauschen kann die Bremse überhitzen oder das bittere Ende ausreißen.

  6. 6

    Ziehe auf Befehl die Bremse an und setze den Stopper. Melde die Kettenrichtung und wann das Schiff vor Anker liegt.

    Der Stopper übernimmt die Ankerlast; die Brücke braucht die Kettenrichtung, um den Halt zu beurteilen.

3Wichtige Daten

Eine Kettenlänge
27,5 m (15 Faden)
Entwurfshublast ohne Tiefwasservermerk (IACS UR A3)
Ohne Tiefwasservermerk: 82,5 m senkrechte Kette plus Anker
PSA an der Ankerwinde
Helm, Sicherheitsschuhe, Handschuhe, Schutzbrille; Gehörschutz
Anker läuft nicht
Bremse anziehen, einkuppeln, ausfieren; nie an der Kette rütteln

4Kernpunkte

  1. 1

    Bremse vor dem Lösen der Stopper anziehen; Anker aus der Klüse ausfieren und freien Lauf prüfen.

  2. 2

    Kettenlängen im Wasser oder an Deck, Kettenrichtung und Zug sowie das Liegen vor Anker melden.

  3. 3

    Hieven: up and down (senkrecht), aweigh (vom Grund los), clear of the water (aus dem Wasser, frei oder unklar), home (in der Klüse).

  4. 4

    Halte mit vollständiger PSA Abstand zur Ankerwinde; der Kettenkasten ist ein geschlossener Raum.

5Häufige Fehler

  • Falsch: Rüttle an der Kette, wenn der Anker in der Klüse festsitzt.

    Richtig: Ziehe die Bremse an, kupple die Kettennuss ein und fiere den Anker mit Motorkraft aus.

  • Falsch: 'Anchor aweigh' bedeutet, dass der Anker wieder in der Klüse sitzt.

    Richtig: Aweigh heißt, dass er vom Grund los ist. Erst in der Klüse ist er 'home'.

  • Falsch: Die Ankerwinde kann das Schiff bei starkem Wind zum Anker ziehen.

    Richtig: Ohne Klassenvermerk zum Tiefwasserankern ist die Standardhublast der Anker plus 82,5 m senkrechte Kette. Beachte die Schiffsgrenzen. Die Brücke entlastet den Kettenzug mit der Maschine.

6Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Beim Ankern in 25 m Wassertiefe befiehlt der Offizier 'let go' – fallen lassen. Bei fünf Längen im Wasser steht die Kette auf zwei Uhr. Sie spannt sich und hängt wieder durch, während das Schiff gegenüber Land zum Stehen kommt.

Antwort zeigen

Melde der Brücke: 'five shackles in the water, cable leading two o'clock (on the starboard bow), ship brought up' – fünf Längen im Wasser, Kette auf zwei Uhr (Steuerbord voraus), Schiff liegt vor Anker. Brought up heißt, es liegt an seinem Anker. Ziehe auf Befehl die Bremse ganz an und setze den Kettenstopper zur Lastaufnahme. Beobachte die Kette weiter: Spannt sie sich wiederholt ruckartig und bewegt sich das Schiff, kann der Anker über den Grund rutschen, statt zu halten.

Prüfungstipps

  • Kettennuss, Kupplung, Bandbremse, Kettenstopper, Teufelskralle, bitteres Ende.
  • 1 Kettenlänge = 27,5 m. Ohne Tiefwasservermerk: Entwurfshublast Anker + 82,5 m senkrechte Kette (IACS UR A3); Schiffsgrenzen beachten.
  • Längen, Richtung, Lose/Zug, brought up (vor Anker) melden; dann up and down (senkrecht), aweigh (los), clear/foul (frei/unklar), home (in der Klüse).
  • Bremse anziehen, Stopper lösen, aus der Klüse ausfieren; nie an einer festsitzenden Kette rütteln.

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