Vorsegel trimmen: Schot, Holepunktwagen und Fall
1Die Lektion in einfachen Worten
Drei Trimmhilfen fürs Vorsegel: Die Schot bestimmt Winkel und Twist, der Holepunktwagen die Zugrichtung, das Fall die Vorliekspannung und Lage der größten Wölbung.
Schot
Die Schot, eine Bedienleine, bestimmt Winkel und Twist. Sie zieht das Schothorn, die untere achtere Segelecke, nach innen oder lässt es nach außen. Dichtholen schließt das Achterliek und flacht das Unterliek, die Unterkante, ab. Am Wind liegt das Achterliek einer Genua, eines den Mast nach achtern überlappenden Vorsegels, meist nahe der Salingnock, ohne sie zu berühren. Die Saling ist eine Maststrebe zur Abstützung der Wanten, der seitlichen Masthalterungen. Bei halbem oder raumem Wind fierst du, bis die Vorliekfäden richtig auswehen.
Holepunktwagen
Der Holepunktwagen, auch Schotleitwagen, ist die verschiebbare Umlenkrolle auf einer Schiene. Er bestimmt die Zugrichtung der Schot. Weiter vorn zieht sie stärker nach unten: Das Achterliek schließt sich, der Twist nimmt ab, das Unterliek wird bauchiger. Weiter achtern zieht sie stärker nach hinten: Das Unterliek wird flacher, das Segel öffnet oben, der Twist nimmt zu. Stelle ihn so ein, dass alle luvseitigen Vorliekfäden gleichzeitig steigen, wenn du mit unveränderter Schot langsam anluvst.
Fall
Das Fall, die Leine zum Hochziehen des Segels, bestimmt die Vorliekspannung. Mehr Spannung zieht die größte Wölbung nach vorn und flacht den achteren Segelteil ab. Weniger Spannung lässt die größte Wölbung nach achtern wandern und macht den vorderen Profilbereich für glattes Wasser flacher. Bei stärkerem Wind sprechen bleibende waagerechte Falten und eine zu weit achterliche Wölbung für mehr Spannung. Leichte Falten sind bei Leichtwind vertretbar. Eine scharfe senkrechte Falte deutet auf zu viel Spannung hin.
Vorstagdurchhang
Das Vorstag, die Masthalterung zum Bug, biegt sich unter Last etwas durch. Mehr Durchhang macht das Vorsegel bauchiger und kräftiger. Dafür kannst du weniger Höhe laufen, also weniger nah am Wind segeln. Weniger Durchhang macht es flacher. Bei vielen Riggs verringert mehr Spannung am Achterstag, der Masthalterung zum Heck, den Durchhang. Bei manchen übernehmen Backstagen diese Aufgabe. Beachte die Trimmanleitung deines Riggherstellers.
Bei halbem oder raumem Wind
Beim Abfallen fierst du die Schot und versetzt den Wagen nach vorn oder, bei mehreren Schienen, nach außen, weg von der Mittellinie. So steigt das Schothorn beim Ausschwenken des Segels weniger, und das Segel twistet oben nicht zu weit auf. Barberholer, Leinen, die die Schot nach unten oder außen ziehen, erfüllen dieselbe Aufgabe.
2Wichtige Daten
- Holepunktwagen nach vorn
- Weniger Twist, bauchigeres Unterliek, geschlossenes Achterliek
- Holepunktwagen nach achtern
- Mehr Twist, flacheres Unterliek, oben offener
- Mehr Fallspannung
- Wölbung nach vorn; für starken Wind und kurze Wellen
- Richtwert für die Genua am Wind
- Achterliek nahe der Salingnock, ohne sie zu berühren
- Mehr Vorstagdurchhang
- Bauchigeres, kräftigeres Segel; weniger Höhe am Wind
3Kernpunkte
- 1
Schot: Winkel zum Wind und Twist.
- 2
Holepunktwagen vorn: weniger Twist, bauchigeres Unterliek; achtern: mehr Twist, flacheres Unterliek.
- 3
Fall straffer: Wölbung nach vorn; loser: Wölbung nach achtern.
- 4
Mehr Wind, Vorliekfalten, Wölbung achtern: Fall spannen. Leichte Falten bei Leichtwind sind okay; senkrechte Falte: fieren.
- 5
Vorstagdurchhang macht das Segel bauchiger; Achterstagspannung verringert ihn meist.
4Häufige Fehler
Falsch: Lass den Holepunktwagen bei jedem Wind und auf jedem Kurs an derselben Stelle.
Richtig: Versetze ihn, wenn sich die Bedingungen ändern. Luve mit unveränderter Schot langsam an: Bei passender Stellung steigen alle luvseitigen Vorliekfäden gleichzeitig.
Falsch: Falten am Vorliek liegen einfach am alten Segel.
Richtig: Bei stärkerem Wind sprechen bleibende waagerechte Falten und eine zu weit achterliche Wölbung für mehr Fallspannung. Leichte Falten sind bei Leichtwind vertretbar. Vermeide eine scharfe senkrechte Falte.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Bei 18 Knoten und kurzer Welle ist deine Genua sehr bauchig. Die größte Wölbung liegt weit achtern, am Vorliek stehen waagerechte Falten. Das Boot krängt und wird in jeder Welle langsamer.
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Spanne das Fall stärker, um die Wölbung nach vorn zu ziehen und die bleibenden Falten zu entfernen. Spanne das Achterstag, soweit das bei deinem Rigg wirkt, um den Vorstagdurchhang zu verringern und das Segel abzuflachen. Versetze den Wagen etwas nach achtern: Das Segel öffnet oben, das Unterliek wird flacher. Prüfe nach jeder Änderung Krängung, Beschleunigung und Windfäden.
Prüfungstipps
- Schot: Winkel und Twist. Holepunktwagen: Zugrichtung.
- Wagen vorn: weniger Twist, bauchigeres Unterliek. Wagen achtern: mehr Twist, flacheres Unterliek.
- Fallspannung zieht die Wölbung nach vorn. Mehr Wind, bleibende Vorliekfalten und Wölbung achtern: mehr Spannung. Leichte Falten bei Leichtwind sind vertretbar.
- Vorstagdurchhang macht das Vorsegel bauchiger; das Achterstag verringert den Durchhang meist.
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