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Segeltrimm und Balance

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Segeln≈ 3 Min. Lesezeit

Das Großsegel trimmen

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Stelle mit den Trimmhilfen Winkel, Twist und Profiltiefe des Großsegels ein. Verändere jeweils nur eine Einstellung und beobachte das Segel.

Großschot und Traveller

Die Großschot zieht den Baum nach innen und unten. Am Wind bestimmt sie vor allem Achterliekspannung und Twist. Der Traveller ist ein Wagen auf einer quer durchs Boot verlaufenden Schiene, an dem die Großschot ansetzt. Er bewegt den Baum zur Mittellinie oder davon weg, ohne den Twist stark zu verändern. Stelle am Wind zuerst den Twist mit der Schot ein, dann den Winkel mit dem Traveller.

Baumniederholer

Der Baumniederholer (britisch: Kicker, amerikanisch: Vang) zieht den Baum nach unten. Fierst du die Großschot bei halbem oder raumem Wind oder auf Vorwindkurs, steigt der Baum und das Segel twistet oben auf. Der Niederholer hält den Baum unten und kontrolliert den Twist. Am Wind übernimmt die Großschot den Großteil dieser Aufgabe. Lass den Niederholer nie so dicht, dass das Baumende beim Rollen, dem seitlichen Schaukeln, ins Wasser tauchen kann.

Unterliekstrecker

Der Unterliekstrecker zieht das Schothorn entlang des Baums. Dichter gezogen flacht er den unteren Segelteil ab: für starken Wind oder glattes Wasser am Wind. Gefiert macht er ihn bauchiger: für Kraft bei Leichtwind, in Wellen oder bei gefierten Schoten. Schon eine kleine Änderung ist sichtbar.

Cunningham

Der Cunningham zieht das Vorliek nahe dem Hals, der unteren vorderen Segelecke, nach unten. Das wirkt ähnlich wie mehr Fallspannung. Er verschiebt die größte Wölbung nach vorn. Bei zunehmendem Wind dehnt sich das Tuch, die Wölbung wandert nach achtern. Der Cunningham holt sie zurück. Fiere ihn bei Leichtwind; kleine waagerechte Vorliekfalten sind dann vertretbar.

Achterstag

Bei dafür ausgelegten Riggs biegt mehr Spannung am Achterstag den Mast nach vorn. Das Großsegel wird flacher, sein oberes Achterliek öffnet sich. Dazu zählen viele Partialriggs, deren Vorstag unterhalb des Masttopps ansetzt. Auch die Vorstagspannung kann steigen; die Wirkung hängt vom Rigg ab. Mehr Achterstagspannung kann so die Segelkraft verringern. Beachte die Grenzen des Riggherstellers: Zu viel Spannung kann den Mast beschädigen.

2Wichtige Daten

Großschot am Wind
Achterliekspannung und Twist
Traveller
Baumstellung bei geringer Änderung des Twists
Baumniederholer
Hält den Baum unten; kontrolliert Twist bei gefierten Schoten
Unterliekstrecker
Dicht: unten flach. Gefiert: bauchiger, mehr Kraft
Cunningham
Zieht die größte Wölbung nach vorn
Achterstag bei biegsamem Rigg
Biegt den Mast, flacht das Groß ab; kann Vorstagdurchhang verringern

3Kernpunkte

  1. 1

    Großschot: Achterliekspannung; Traveller: Baumstellung.

  2. 2

    Bei gefierten Schoten hält der Baumniederholer den Baum unten und kontrolliert den Twist.

  3. 3

    Unterliekstrecker dicht: unten flacheres Segel; gefiert: mehr Kraft.

  4. 4

    Der Cunningham zieht bei zunehmendem Wind die größte Wölbung nach vorn.

  5. 5

    Bei geeignetem biegsamem Rigg flacht Achterstagspannung das Groß ab und kann den Vorstagdurchhang verringern.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Fiere bei halbem oder raumem Wind die Großschot und vergiss den Baumniederholer.

    Richtig: Ohne Niederholer steigt der Baum und das Segel twistet oben auf. Kraft geht verloren, und das Boot beginnt zu rollen.

  • Falsch: Hole die Großschot dichter, um den Baum nach Luv zu bringen.

    Richtig: Damit schließt du vor allem das Achterliek. Versetze den Baum mit dem Traveller, ohne das Achterliek zu stark zu spannen.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Hoch am Wind bei 8 Knoten und glattem Wasser ist dein Groß sehr flach getrimmt: Unterliekstrecker und Cunningham dicht, Achterstag gespannt. Der Mast deines Riggs biegt sich unter Achterstagspannung. Nach einer Wende kommt das Boot nur träge in Fahrt.

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Das Segel ist für Leichtwind zu flach. Fiere den Unterliekstrecker für mehr Tiefe unten. Fiere den Cunningham, damit die Wölbung nach achtern wandert; kleine Vorliekfalten sind vertretbar. Fiere das Achterstag: Der Mast wird gerader, das Segel bauchiger. Hole den Traveller zur Mittellinie, ohne die Schot zu dicht zu holen. Beim Beschleunigen soll der oberste Achterliekfaden meist auswehen. Prüfe den Trimm erneut, wenn das Boot gleichmäßig fährt.

Prüfungstipps

  • Großschot: Achterliekspannung und Twist. Traveller: Baumstellung.
  • Baumniederholer: hält den Baum bei gefierten Schoten unten.
  • Unterliekstrecker: Profiltiefe unten. Cunningham: Lage der größten Wölbung.
  • Achterstag bei geeignetem biegsamem Rigg: flacht das Groß ab und kann Vorstagdurchhang verringern.

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