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Ladungsplanung, Rumpfbeanspruchung und Stabilitätsmanagement

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Stabilität≈ 3 Min. Lesezeit

Massengutschiffe: BLU-Code, Ladeplan und SOLAS XII

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Massengutschiffe laden schnell große Massen. BLU-Code und SOLAS-Kapitel VI und XII verlangen einen zwischen Kapitän und Terminal vereinbarten Plan, der die Rumpfgrenzwerte einhält.

Was Massengutschiffe besonders macht

Terminals können Tausende Tonnen pro Stunde laden. Dichte Ladungen wie Eisenerz füllen nur einen Teil des Laderaums, belasten die Tankdecke aber örtlich stark. Frühere Verluste von Massengutschiffen führten zu SOLAS-Kapitel XII, zum BLU-Code und zu strengeren Klassifikationsvorschriften. Manche Schiffe sanken so plötzlich, dass kein Notruf abgesetzt wurde.

Der BLU-Code

Der BLU-Code, der Code für das sichere Be- und Entladen von Massengutschiffen (IMO-Entschließung A.862(20)), legt die Pflichten des Kapitäns und des Terminalvertreters fest. Nach SOLAS VI/7 vereinbaren sie vor Ladebeginn einen Be- oder Entladeplan: Reihenfolge der Laderäume, Gewicht jedes Ladeabschnitts (ein Beladungsschritt in einen Laderaum) und Ballastphasen. Das BLU-Handbuch unterstützt das Terminalpersonal.

Sicherheitsprüfliste Schiff/Land

Vor Arbeitsbeginn füllen Kapitän und Terminalvertreter die Sicherheitsprüfliste Schiff/Land aus (BLU-Code, Anhang 3): Wassertiefe am Liegeplatz, Schiffshöhe über der Wasserlinie (air draught), ausreichender Freiraum unter den Ladeeinrichtungen, Festmacher, Kommunikation, vereinbarter Plan, Ballastraten und Notstoppverfahren. Der Kapitän darf das Laden stoppen, wenn der Plan nicht eingehalten oder die Sicherheit gefährdet wird. Halte das Schiff aufrecht oder nur so weit gekrängt, wie der Betrieb es erfordert.

SOLAS XII

Massengutschiffe ab 150 m müssen einen Ladungsrechner haben, der Querkräfte (SF) und Biegemomente (BM) des Schiffskörpers ermittelt (XII/11). Jedes Massengutschiff braucht Wasserstandsmelder in jedem Laderaum (XII/12): Alarm bei 0,5 m über dem Innenboden und ein zweiter bei 15 % der Laderaumtiefe, höchstens jedoch 2 m. Ballasttanks vor dem Kollisionsschott müssen spätestens bei 10 % Tankfüllung alarmieren.

Laden in der Praxis

Die letzten Ladeabschnitte bringen das Schiff auf die geplanten Abfahrtstiefgänge und den geplanten Trimm. Halte dafür Ladung als Trimmladung zurück. Halte bei jedem Abschnitt die geplante Tonnage ein; die Landwaagen können ungenau sein. Stoppe, wenn das Entballasten zurückbleibt.

2Schritt für Schritt

Einen Ladeplan vereinbaren und umsetzen

  1. 1

    Schicke dem Terminal deinen Ladungsplan samt Ergebnissen des Ladungsrechners frühzeitig.

    SOLAS VI/7 und der BLU-Code verlangen die Angaben im Voraus.

  2. 2

    Vereinbare den Ladeplan: Laderaumfolge, Abschnittsmengen, Ballastphasen und Raten.

    Jede Phase wurde auf SF, BM und Tankdeckenbelastung geprüft.

  3. 3

    Fülle mit dem Terminalvertreter die Sicherheitsprüfliste Schiff/Land aus.

    Sie bestätigt Kommunikation, Liegeplatztiefe, Schiffshöhe über der Wasserlinie, ausreichenden Freiraum unter den Ladeeinrichtungen und Stoppverfahren.

  4. 4

    Erfrage nach jedem Ladeabschnitt die Tonnage, lies die Tiefgänge ab und vergleiche mit dem Plan.

    So erkennst du Waagenfehler und Planabweichungen früh.

  5. 5

    Halte das Entballasten im Takt; stoppe das Laden, wenn es zurückbleibt.

    Wenn das Laden dem Entballasten vorauseilt, kann der Rumpf überlastet werden.

  6. 6

    Schließe mit der vereinbarten Trimmladung ab; gleiche endgültige Tiefgänge, Trimm und Tonnage mit dem Plan ab.

    Das bestätigt, dass der Endzustand dem geprüften Plan entspricht.

3Wichtige Daten

BLU-Code
IMO-Entschließung A.862(20); Pflichten von Kapitän und Terminal
SOLAS VI/7
Kapitän und Terminal vereinbaren den Be-/Entladeplan
Prüfliste
Sicherheitsprüfliste Schiff/Land, BLU-Code, Anhang 3
SOLAS XII/11
Ladungsrechner auf Massengutschiffen ≥ 150 m
SOLAS XII/12
Laderaumalarme bei 0,5 m und 15 % Laderaumtiefe (≤ 2 m)

4Kernpunkte

  1. 1

    Kapitän und Terminal vereinbaren einen schriftlichen Ladeplan: Laderäume, Ladeabschnitte und Ballast.

  2. 2

    Fülle die Sicherheitsprüfliste Schiff/Land vor Arbeitsbeginn aus.

  3. 3

    Der Kapitän kann das Laden stoppen, wenn der Plan nicht eingehalten wird.

  4. 4

    Halte Lade- und Ballastraten im vereinbarten Verhältnis und innerhalb der geprüften Ladefolge.

5Häufige Fehler

  • Falsch: Für den Plan des Terminals ist das Terminal verantwortlich.

    Richtig: Der Kapitän ist für Stabilität und Festigkeit des Schiffes verantwortlich. Prüfe jeden Ladeabschnitt vor der Zustimmung mit dem Ladungsrechner.

  • Falsch: Die Abschnittsmengen sind egal, solange die Laderaumgesamtmenge stimmt.

    Richtig: Ein großer Ladeabschnitt kann in einer Zwischenphase örtliche Grenzen oder die Längsfestigkeitsgrenzen überschreiten. Halte die vereinbarten Abschnittsmengen ein.

6Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Für Laderaum Nr. 4 sind 12.000 t Eisenerz in drei Abschnitten geplant. Das Terminal lädt mit 4.500 t/h und möchte zur Zeitersparnis durchgehend laden. Dein Plan wurde nur für Abschnitte zu 4.000 t geprüft. Was sagst du?

Antwort zeigen

Erst nach erneuter Prüfung. Ein Abschnitt von 12.000 t, bei 4.500 t/h etwa 2 h 40 min, kann zwischenzeitlich SF- oder BM-Grenzen überschreiten. Auch das Entballasten kann zurückbleiben. Bleibt bei den vereinbarten 4.000-t-Abschnitten von je etwa 53 Minuten. Alternativ berechnest du zuerst die neue Folge mit dem Ladungsrechner und änderst den Plan schriftlich.

Prüfungstipps

  • BLU-Code A.862(20); SOLAS VI/7 verlangt den vereinbarten Ladeplan.
  • Sicherheitsprüfliste Schiff/Land vor Ladebeginn.
  • XII/11: Ladungsrechner (≥ 150 m); XII/12: Wasserstandsmelder.
  • Der Kapitän darf das Laden stoppen; halte Laden und Ballast im Takt.

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