Meine Module›M5 Stabilität›16. Ladungsplanung, Rumpfbeanspruchung und Stabilitätsmanagement
Einheiten ansehen

Ladungsplanung, Rumpfbeanspruchung und Stabilitätsmanagement

5 Lektionen
Keine Notizen
Stabilität≈ 3 Min. Lesezeit

Containerschiffe: Stapelgewichte, Laschkräfte und GM

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Auf einem Containerschiff stehen Stabilität, Laschfestigkeit und Sicht in einem Spannungsverhältnis. Plane Stapel, GM und Laschprüfung gemeinsam.

Stapelgewichte

Jeder Containerstapel steht an Deck und im Laderaum auf Aufnahmen mit einem zulässigen Stapelgewicht. Das Ladungssicherungshandbuch und das Ladeprogramm nennen die Grenzwerte. Fünf Container zu 20 t ergeben 100 t: zu viel bei einer Stapelgrenze von 90 t. Staue schwere Container unten und leichte oben. Das hilft sowohl beim GM als auch bei den Laschkräften.

Der Laschrechner

Der Laschrechner, meist ein Modul des Ladeprogramms, berechnet für jede Bay, also jede Containerquerreihe, die Kräfte auf Laschungen, Twistlocks (Drehverriegelungen) und Eckpfosten. Er nutzt GM, Rollperiode und die Beschleunigungsansätze der Klassifikationsvorschriften. Änderst du GM oder Stapelhöhen, ändern sich die Kräfte. Ein Stapel kann bei einem GM zulässig sein und bei einem anderen versagen.

GM und Rollen

Bei gleicher Rollamplitude verkürzt höheres GM die Eigenrollperiode und erhöht die Beschleunigungen. Niedriges GM garantiert weder sanftes Rollen noch ausreichende Stabilität bei großen Winkeln. Schätze T ≈ 2CB/√GM, mit T in Sekunden und GM korrigiert für freie Oberflächen. B ist die Breite auf Spanten, d der mittlere Tiefgang auf Spanten und LWL die Wasserlinienlänge, jeweils in Metern. Berechne C mit der Formel unten. Bei B = 32,2 m und C = 0,333 in diesem Beispiel ergibt GM 0,8 m etwa 24 s; GM 3,2 m etwa 12 s.

Sicht

SOLAS V/22 begrenzt, wie stark Decksladung die Sicht voraus verdecken darf. Vom Kommandostand aus darf die Wasseroberfläche voraus, bezogen auf den Bug, höchstens über zwei Schiffslängen oder 500 m verdeckt sein. Der kleinere Wert gilt, jeweils bis 10° zu jeder Seite. Prüfe das bei hohen Stapeln im Vorschiff für jeden Tiefgang und Trimm.

Containerverluste

Starkes Rollen kann Stapel nahe ihren Grenzwerten überlasten. Halte die Laschkräfte bei den erwarteten Bedingungen innerhalb der Rechnergrenzen. Prüfe die Laschungen vor schlechtem Wetter.

2Wichtige Daten

Rollperiode (IS-Code)
T ≈ 2CB ÷ √GM
C (B: Breite auf Spanten; d: mittlerer Tiefgang auf Spanten; LWL: Wasserlinienlänge, m)
0,373 + 0,023(B/d) − 0,043(LWL/100)
Beispiel (B 32,2 m)
GM 0,8 m → 24 s; 2,0 m → 15 s; 3,2 m → 12 s
SOLAS V/22
Verdeckte Wasserfläche voraus ≤ 2 Schiffslängen oder 500 m, falls kleiner
Stapelprüfung
Summe der Containergewichte ≤ zulässiges Stapelgewicht

3Kernpunkte

  1. 1

    Halte jeden Stapel innerhalb seines zulässigen Gewichts; schwere Container nach unten.

  2. 2

    Laschkräfte hängen vom GM ab: Prüfe bei geändertem GM erneut.

  3. 3

    Zu viel GM führt zu heftigem Rollen und hohen Laschkräften.

  4. 4

    Prüfe den verdeckten Sichtbereich nach SOLAS V/22 für jeden Tiefgang und Trimm.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Mehr GM ist für ein Containerschiff immer sicherer.

    Richtig: Großes GM verkürzt die Rollperiode und erhöht Beschleunigungen. Dadurch können Laschungen versagen. Strebe ausreichendes, nicht maximales GM an.

  • Falsch: Die Laschprüfung im ersten Hafen gilt für die ganze Reise.

    Richtig: Wiederhole sie bei jeder Änderung von GM, Stapelgewichten oder erwarteter Wetterlage.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Ein Containerschiff mit 250 m Wasserlinienlänge, 32,2 m Breite auf Spanten und 11 m mittlerem Tiefgang auf Spanten hat nach einer späten Änderung ein für freie Oberflächen korrigiertes GM von 3,2 m. Der Laschrechner zeigt für mehrere Decksbays 105 %. Der Plan bei GM 2,0 m war zulässig. Warum, und was tust du?

Antwort zeigen

Bei C ≈ 0,333 sinkt die Rollperiode von etwa 15 s auf 12 s. Bei gleicher Rollamplitude steigen die Laschkräfte. Verringere GM nur innerhalb der genehmigten Stabilitäts- und Festigkeitsgrenzen oder reduziere die Gewichte in den oberen Lagen. Tieferes Stauen schwerer Container erhöht GM. Akzeptiere daher Umstauungen erst, wenn Stabilitäts- und Laschprüfung bestanden sind.

Prüfungstipps

  • Gewichtsgrenzen gelten je Stapel; schwer unten, leicht oben.
  • Laschkräfte hängen von GM und Rollperiode ab.
  • T ≈ 2CB ÷ √GM; vierfaches GM halbiert T.
  • SOLAS V/22: verdeckter Sichtbereich ≤ 2 Schiffslängen oder 500 m, 10° je Seite.

Diese Einheit abschließen

Wenn du sie gelesen hast, beantworte drei Fragen. Mit drei richtigen Antworten schließt du die Einheit ab; nur die Seite zu öffnen zählt nicht.

Meine Notizen zu dieser Einheit

Keine Notizen