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Ladungsplanung, Rumpfbeanspruchung und Stabilitätsmanagement

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Stabilität≈ 3 Min. Lesezeit

Beladungszustände planen: Abfahrt, Ankunft und der ungünstigste Zeitpunkt

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Plane Abfahrts-, Zwischen- und Ankunftszustände: Stabilität und Rumpfbeanspruchung müssen während der ganzen Reise innerhalb der Grenzwerte bleiben.

Die ganze Reise planen

Als Erster Offizier planst du Ladung, Stabilität und Festigkeit für jede Phase: Abfahrt, jeden Zwischenzustand und Ankunft. Brennstoff, Wasser und Vorräte werden unterwegs verbraucht. Ihr Gewicht liegt meist tief. Ihr Verbrauch hebt daher den Gewichtsschwerpunkt G. Teilgefüllte Tanks erzeugen zusätzlich Momente freier Flüssigkeitsoberflächen (FSM). Die Kriterien des Stabilitätshandbuchs gelten für jeden dieser Zustände.

Der ungünstigste Zustand

Oft ist der Ankunftszustand am ungünstigsten: wenig Brennstoff, viele teilgefüllte Tanks, vielleicht Eis oder durchnässte Decksladung. Bei manchen Schiffen ist ein Zwischenzustand schlechter, etwa wenn mehrere Tanks halb voll sind. Die Standardzustände des Internationalen Codes über Intaktstabilität von 2008 (2008 IS-Code) umfassen die Ankunft mit 10 % Vorräten und Brennstoff. Vergleiche in jeder Phase GM oder KG mit dem genehmigten Grenzwert. Beachte dabei die im Handbuch festgelegte Berücksichtigung freier Oberflächen.

Verbrauchsplan

Schätze den Tagesverbrauch und lege fest, aus welchen Tanks er gedeckt wird, entsprechend der Nutzungsfolge des Maschinenpersonals. Berücksichtige Frischwassererzeugung und Ballaständerungen. Ein Brennstoffverbrauchsplan, der Tanks in vereinbarter Reihenfolge leert, hält freie Oberflächen klein. Gleichzeitiger Verbrauch aus vielen Tanks vergrößert sie. Stimme die Reihenfolge mit dem Leiter der Maschinenanlage ab.

Reserven

Lass Reserven für wetterbedingte Verzögerungen, zusätzlichen Brennstoff und Wasseraufnahme der Decksladung. Plane Ballast ein, den du unterwegs aufnehmen musst. Prüfe, dass er den Rumpf nicht überlastet. Die Seegrenzwerte für Querkraft (SF) und Biegemoment (BM) gelten auch bei Ankunft. Dokumentiere jeden berechneten Zustand.

2Schritt für Schritt

Rechenbeispiel: von der Abfahrt bis zur Ankunft

  1. 1

    Abfahrt: Δ 24.000 t, KG 8,20 m, KM 9,30 m; die geprüfte Korrektur für freie Oberflächen (FSC) beträgt 0,050 m.

    GM korrigiert = 9,30 − 8,20 − 0,050 = 1,05 m.

  2. 2

    12 Tage Reise mit 38 t/Tag: 456 t Brennstoff und 120 t Frischwasser werden aus tief liegenden Tanks verbraucht.

    Die Entnahme tief liegender Gewichte hebt G.

  3. 3

    Ankunft: Δ = 24.000 − 456 − 120 = 23.424 t. Die geprüfte Berechnung der Gewichtsänderungen ergibt KG 8,380 m.

    Bei Ankunft sind die Verdrängung geringer und KG größer.

  4. 4

    Die geprüfte Tankberechnung für die Ankunft ergibt FSC 0,090 m.

    Bei Ankunft sind mehr Tanks teilgefüllt. Deshalb ist die Korrektur größer.

  5. 5

    Lies für die Ankunft bei 23.424 t KM 9,36 m aus den hydrostatischen Tabellen ab.

    Verwende Ankunftstiefgang und -trimm mit den dafür geltenden Handbuchgrenzwerten.

  6. 6

    Ankunft: GM korrigiert = 9,36 − 8,380 − 0,090 = 0,890 m.

    Vergleiche das Ergebnis mit dem Handbuchminimum für diesen Tiefgang.

3Wichtige Daten

Korrekturen für freie Oberflächen im Beispiel
Abfahrt FSC 0,050 m; Ankunft FSC 0,090 m
GM korrigiert
KM − KG − FSC
Standardzustand nach IS-Code
Ankunft mit 10 % Vorräten und Brennstoff
Rechenbeispiel
GM korrigiert: 1,05 m bei Abfahrt → 0,89 m bei Ankunft

4Kernpunkte

  1. 1

    Prüfe jede Reisephase, nicht nur die Abfahrt.

  2. 2

    Verbrauch tief liegender Brennstoff- und Wasservorräte hebt G; teilgefüllte Tanks erzeugen freie Oberflächen.

  3. 3

    Oft ist die Ankunft am ungünstigsten, manchmal ein Zwischenzustand.

  4. 4

    Stimme die Verbrauchsfolge für Brennstoff und Wasser mit dem Leiter der Maschinenanlage ab.

5Häufige Fehler

  • Falsch: Mit gutem GM bei Abfahrt kommt das Schiff auch mit gutem GM an.

    Richtig: Hier fällt das korrigierte GM von 1,05 m auf 0,89 m. Berechne den Ankunftszustand und jeden ungünstigeren Zwischenzustand.

  • Falsch: Verwende bei Ankunft die Korrektur für freie Oberflächen der Abfahrt.

    Richtig: Hier steigt die geprüfte Korrektur von 0,050 m auf 0,090 m. Mit dem Abfahrtswert würdest du das Ankunfts-GM um 0,040 m überschätzen.

6Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Laut Handbuch muss das für freie Oberflächen korrigierte GM beim Ankunftstiefgang mindestens 0,95 m betragen. Dein Plan ergibt bei Ankunft 0,89 m. Was kannst du vor der Abfahrt ändern?

Antwort zeigen

Fahre mit diesem Plan nicht ab. Prüfe eine andere Verbrauchsfolge der Brennstofftanks, weniger teilgefüllte Tanks, volle Doppelbodentanks, rechtzeitige Aufnahme tief liegenden Ballasts oder tieferes Stauen schwerer Ladung. Prüfe jede Änderung. Berechne jede Phase neu und vergleiche sie mit ihrem genehmigten Mindest-GM oder Höchst-KG für den jeweiligen Tiefgang und Trimm. Prüfe auch die Festigkeitsgrenzen erneut.

Prüfungstipps

  • GM korrigiert = KM − KG − geprüfte Korrektur für freie Oberflächen der jeweiligen Phase.
  • Verbrauch tief liegender Gewichte hebt G; teilgefüllte Tanks erzeugen FSM.
  • IS-Code: Ankunft mit 10 % Vorräten und Brennstoff prüfen.
  • Der ungünstigste Zustand bestimmt den Plan.

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