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Lademarken, Freibord und Tiefgangsmarken (Freibord-Übereinkommen)

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Freibord-Übereinkommen, Zeugnis und Besichtigungen

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Das Freibord-Übereinkommen begrenzt den Ladetiefgang. Grundlage sind ein wetterdichter Rumpf und ein berechneter Freibord, bestätigt durch Zeugnis und jährliche Besichtigungen.

Warum Lademarken?

Überladene Schiffe können sinken. Das Internationale Freibord-Übereinkommen von 1966 mit seinem Protokoll von 1988 legt für jedes Schiff einen Mindestfreibord fest. So bleiben genügend Reserveauftrieb, also wasserdichtes Volumen über der Wasserlinie, und ein für das Fahrtgebiet ausreichend trockenes Deck. Es gilt für Schiffe auf Auslandsfahrt. Ausgenommen sind unter anderem Kriegsschiffe, neue Schiffe unter 24 m, nicht gewerblich genutzte Sportjachten und Fischereifahrzeuge.

Zwei Säulen

Die Bedingungen für die Freibord-Erteilung sind die Sicherheitsanforderungen, auf denen der erteilte Freibord beruht. Wasserdichte Verschlüsse verhindern Wasserdurchtritt unter Druck; wetterdichte Verschlüsse halten Seewasser unter Seegangsbedingungen fern. Dazu kommen Anforderungen an die Decksentwässerung und den Schutz der Besatzung. Die Freibordberechnung berücksichtigt Länge, Form und Bauweise des Schiffes. Du musst die Bedingungen während der gesamten Betriebszeit einhalten.

Zeugnis und Besichtigungen

Nach einer Erstbesichtigung stellt der Flaggenstaat oder eine beauftragte Klassifikationsgesellschaft das Internationale Freibord-Zeugnis aus. Es gilt bis zu 5 Jahre. Jährliche Besichtigungen innerhalb von 3 Monaten vor oder nach jedem Jahrestag prüfen Verschlusseinrichtungen, Wasserpforten (Öffnungen zum Ablaufen von Deckswasser) und Marken auf Veränderungen. Eine Erneuerungsbesichtigung führt zu einem neuen Zeugnis. Ein von bestimmten Vorschriften befreites Schiff führt ein Internationales Freibord-Ausnahmezeugnis.

Verzeichnis der Bedingungen

Zum Zeugnis gehört das Verzeichnis der Bedingungen für die Freibord-Erteilung. Es nennt alle Öffnungen und Verschlusseinrichtungen, von denen der Freibord abhängt. Bewahre es an Bord auf und nutze es bei der Wartung: Eine festsitzende Lüfterklappe, eine spröde Lukendichtung oder eine zugeschweißte Wasserpforte können Wasser ins Schiff lassen oder an Deck festhalten.

Die Regel auf See

Artikel 12: Die maßgebliche Lademarke darf beim Auslaufen, während der Reise und bei der Ankunft nicht eingetaucht sein. Zulässig sind nur Zuschläge für Wasser geringerer Dichte als Seewasser und für Betriebsstoffe, die zwischen einem Flussliegeplatz und der See verbraucht werden (siehe Hafenwasser). Die Hafenstaatkontrolle kann ein überladenes Schiff festhalten. Dem Kapitän droht Strafverfolgung.

2Wichtige Daten

Übereinkommen
ICLL 1966 und Protokoll von 1988 in der jeweils geltenden Fassung
Zeugnis
Internationales Freibord-Zeugnis, bis zu 5 Jahre
Jährliche Besichtigung
Innerhalb von 3 Monaten vor oder nach jedem Jahrestag
Ausnahmen (Beispiele)
Kriegsschiffe, neue Schiffe < 24 m, nicht gewerbliche Sportjachten, Fischerei
Artikel 12
Marke beim Auslaufen, während der Reise und bei Ankunft nicht eingetaucht

3Kernpunkte

  1. 1

    Das Freibord-Übereinkommen (1966, Protokoll von 1988) legt für jedes Schiff einen Mindestfreibord fest.

  2. 2

    Der Freibord setzt die Erteilungsbedingungen voraus: einen wetter- und wasserdichten Rumpf.

  3. 3

    Zeugnis bis zu 5 Jahre; jährliche Besichtigung innerhalb von 3 Monaten vor oder nach jedem Jahrestag.

  4. 4

    Das Verzeichnis der Erteilungsbedingungen nennt alle Verschlusseinrichtungen: Halte sie instand.

  5. 5

    Die Marke darf beim Auslaufen, während der Reise und bei Ankunft nicht eingetaucht sein.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Die Lademarke zählt nur beim Verlassen des Hafens.

    Richtig: Artikel 12 gilt beim Auslaufen, während der gesamten Reise und bei Ankunft, in jeder durchfahrenen Zone.

  • Falsch: Ein gültiges Zeugnis bestätigt einen tauglichen Rumpf, unabhängig vom Zustand der Lüfter und Luken.

    Richtig: Der Freibord setzt die Erteilungsbedingungen voraus. Defekte Verschlüsse untergraben diese Grundlage auch bei gültigem Zeugnis.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Beim Rundgang findest du zwei Pilzlüfter auf der Back, die offen festsitzen. An einer Lukendeckeldichtung fehlt ein langes Stück. Morgen läuft das Schiff aus. Warum betrifft das die Lademarke, und was tust du?

Antwort zeigen

Das sind Erteilungsbedingungen: Der Freibord setzt wetterdichte Verschlüsse voraus. Melde die Mängel dem Ersten Offizier und dem Kapitän. Lass sie vor dem Auslaufen beheben oder zugelassene vorläufige Verschlüsse anbringen und dokumentiere die Arbeiten. Ist keine Abhilfe möglich, müssen Flaggenstaat oder Klasse informiert werden. Das Schiff erfüllt möglicherweise die Bedingungen seines Zeugnisses nicht mehr.

Prüfungstipps

  • ICLL 1966 + Protokoll von 1988; Mindestfreibord erhält Reserveauftrieb und ein trockeneres Deck.
  • Zeugnis ≤ 5 Jahre; jährliche Besichtigung ± 3 Monate um den Jahrestag.
  • Artikel 12: beim Auslaufen, während der Reise und bei Ankunft nicht eingetaucht.

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