Freibord, Decksstrich und Schiffstypen A und B
1Die Lektion in einfachen Worten
Den Freibord misst du mittschiffs vom Decksstrich abwärts zur Lademarke. Seine Größe hängt von Schiffstyp, Länge und Form ab.
Freibord
Der Freibord ist der senkrechte Abstand mittschiffs zwischen der Oberkante des Decksstrichs und der Oberkante der Lademarke. Das Freiborddeck ist normalerweise das oberste durchlaufende, Wetter und See ausgesetzte Deck. Sein freiliegender Teil hat wetterdichte Verschlüsse; Seitenöffnungen darunter haben wasserdichte Verschlüsse. Der Decksstrich misst beidseitig 300 × 25 mm. Seine Oberkante liegt normalerweise dort, wo die nach außen verlängerte Decksoberseite die Außenseite der Außenhaut trifft.
Warum das wichtig ist
Freibord erhält den Reserveauftrieb, das eingeschlossene wasserdichte Volumen über der Wasserlinie. Mehr Freibord verzögert normalerweise das Eintauchen der Deckskante, wenn diese bei Krängung das Wasser erreicht. Das erhält Stabilität bei größeren Krängungswinkeln und hält das Deck trockener. Freibord allein beweist keine ausreichende Stabilität. Prüfe die genehmigten Stabilitätsunterlagen.
Typ A und Typ B
Ein Schiff des Typs A ist ausschließlich für flüssige Massengüter ausgelegt. Es hat kleine, gut abgedichtete Öffnungen und ein besonders wasserdichtes freiliegendes Deck. Es erhält den kleineren Tabellenfreibord. Andere Schiffe gehören zu Typ B. Genehmigte Erteilungen als B-60 und B-100 verringern den Tabellenfreibord des Typs B um 60 % oder 100 % der Differenz zwischen B- und A-Wert. Dafür gelten zusätzliche Anforderungen. Schwächere Lukendeckel können einen größeren Freibord erfordern.
So wird er erteilt
Die erteilende Stelle, meist eine Klassifikationsgesellschaft im Auftrag des Flaggenstaats, beginnt mit einem Tabellenwert für Schiffslänge und -typ. Sie korrigiert diesen Tabellenfreibord nach Rumpfvölligkeit (Blockkoeffizient), Seitenhöhe, geschlossenen Bauten über Deck (Aufbauten und Trunks), dem Anstieg des Decks zu den Schiffsenden (Deckssprung) und Mindestbughöhe. Das Ergebnis ist der Sommerfreibord. Daraus ergeben sich die übrigen jahreszeitlichen Freiborde und die Süßwasserfreiborde.
Freibord und Tiefgang
Bei üblicher Lage des Decksstrichs ergeben Sommertiefgang und Sommerfreibord zusammen die Höhe von der Kieloberkante bis zur Oberseite des Freiborddecks an der Bordwand. Auf der Brücke arbeitest du meist mit Tiefgängen. Der Freibord beschreibt dieselbe Grenze vom Deck abwärts. Miss ihn bei Bedarf mit dem Maßband vom Decksstrich aus.
2Wichtige Daten
- Freibord
- Mittschiffs von Oberkante Decksstrich bis Oberkante Lademarke
- Decksstrich
- 300 mm × 25 mm, mittschiffs, beidseitig
- Typ A
- Nur flüssige Massengüter, kleine dichte Öffnungen: kleinerer Freibord
- Typ B
- Alle anderen Schiffe; Verringerungen als B-60/B-100 möglich
- Tiefgang + Freibord
- Kieloberkante bis Oberseite des Freiborddecks an der Bordwand
3Kernpunkte
- 1
Freibord misst du mittschiffs von der Oberkante des Decksstrichs bis zur Oberkante der Lademarke.
- 2
Decksstrich: 300 × 25 mm; seine Oberkante liegt auf Höhe der Freiborddeckoberseite an der Bordwand.
- 3
Typ A: Tankschiffe, kleinerer Freibord. Typ B: alle anderen; B-60/B-100 können ihn verringern.
- 4
Sommerfreibord ergibt sich aus Tabellenfreibord und Korrekturen; daraus folgen die anderen Freiborde.
- 5
Mehr Freibord erhält normalerweise Reserveauftrieb und verzögert das Eintauchen der Deckskante.
4Häufige Fehler
Falsch: Den Freibord misst du vom Hauptdeck am Bug aus.
Richtig: Du misst ihn mittschiffs von der Oberkante des Decksstrichs bis zur Oberkante der Lademarke.
Falsch: Ein Massengutfrachter ist Typ A, weil er Massengut befördert.
Richtig: Typ A gilt nur für Schiffe für flüssige Massengüter mit kleinen, dichten Öffnungen. Trockenmassengutfrachter sind Typ B, oft B-60 oder B-100.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Dein Massengutfrachter hat eine gewöhnliche Typ-B-Erteilung. Ein Betreiber schlägt einen kleineren Freibord vor, weil ein ähnliches Schiff B-60 hat. Darfst du zustimmen?
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Nein. Maßgeblich sind die erteilten Marken und das Zeugnis deines Schiffes. B-60 und B-100 sind genehmigte Verringerungen für Schiffe, die zusätzliche Anforderungen erfüllen. Ähnlichkeit mit einem anderen Schiff ersetzt keine Genehmigung. Typ A gilt für geeignete Schiffe für flüssige Massengüter, nicht für Trockenmassengutfrachter.
Prüfungstipps
- Freibord: mittschiffs, Oberkante Decksstrich bis Oberkante Lademarke.
- Decksstrich 300 × 25 mm auf Höhe der Freiborddeckoberseite an der Bordwand.
- Typ A = nur flüssige Massengüter, kleinerer Freibord; Typ B = übrige, Verringerungen B-60/B-100.
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