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Leckstabilitätsberechnungen, Längsfestigkeit und die Tiefgangsbesichtigung (Draft Survey)

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Stabilität≈ 4 Min. Lesezeit

Eine vollständige Tiefgangsvermessung, Schritt für Schritt

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Verfolge eine Endvermessung von sechs Tiefgangsablesungen bis zum Gewicht der geladenen Ladung anhand echter hydrostatischer Werte.

Schiff und Ablesungen

Ein Massengutschiff mit 180 m Länge zwischen den Loten beendet die Kohlebeladung in Hafenwasser mit 1,018 t/m³. Die vorderen Marken liegen 2,40 m achterlich des vorderen Lots, die achteren 6,20 m vor dem achteren Lot, die Mittschiffsmarken genau mittschiffs. Ablesungen an Backbord und Steuerbord: vorn 9,10 und 9,14 m, mittschiffs 9,62 und 9,66 m, achtern 10,16 und 10,20 m.

Hydrostatische Daten

Aus der Tabelle für 1,025 t/m³: bei 9,60 m Verdrängung Δ 41.850 t, TPC 50,45 t/cm, LCF 3,10 m achterlich von mittschiffs; bei 9,70 m Δ 42.355 t, TPC 50,55 t/cm, LCF 3,30 m achterlich. TPC bezeichnet Tonnen je Zentimeter Eintauchung, LCF den Schwimmflächenschwerpunkt. MCTC, das Moment für 1 cm Trimmänderung, beträgt 702 t·m/cm bei QM + 0,5 m und 661 t·m/cm bei QM − 0,5 m. Zwischenwerte sind zur Anzeige gerundet; rechne durchgehend ungerundet. Gib Endgewichte mit einer Nachkommastelle an.

Abzugsgewichte

Peilungen und Maschinenraumangaben ergeben 420 t Ballast, 185 t Frischwasser und 1.240 t Bunkervorräte einschließlich Schmieröl: insgesamt 1.845 t. Die Anfangsvermessung vor dem Laden ergab 10.230 t Nettoverdrängung: 9.850 t Leerschiffsgewicht plus 380 t Konstante für nicht einzeln erfasste Gewichte.

Ergebnis und Kontrollen

Geladene Ladung = 40.060,1 − 10.230 = 29.830,1 t. Untersuche und dokumentiere jede ungeklärte Abweichung von der Landmenge. Prüfe auch die Konstante. Weicht sie stark von früheren Reisen ab, suche vor dem Unterschreiben nach einem Fehler.

2Schritt für Schritt

Rechenbeispiel: die Endvermessung

  1. 1

    Mittelwerte: F 9,12, M 9,64, A 10,18 m; beobachteter Trimm 1,06 m achterlastig. Markenabstand = 180 − 2,40 − 6,20 = 171,40 m.

    Mitteln von Backbord und Steuerbord gleicht Schlagseite aus.

  2. 2

    Lotkorrekturen: F = 9,12 − 1,06 × 2,40 ÷ 171,40 ≈ 9,10516 m; A = 10,18 + 1,06 × 6,20 ÷ 171,40 ≈ 10,21834 m. Wahrer Trimm ≈ 1,11319 m.

    Bei Achterlastigkeit liegt das vordere Lot flacher und das achtere tiefer als die Marken.

  3. 3

    Viertelmittelwert QM = (F + A + 6 × 9,64) ÷ 8 ≈ 9,64544 m. Mittschiffs liegt der Rumpf 2,2 cm über dem Mittel der korrigierten Enden: Aufbiegung.

    Der Viertelmittelwert berücksichtigt den gebogenen Kiel.

  4. 4

    Interpolationsanteil = (QM − 9,60) ÷ 0,10 ≈ 0,45438. Δ = 41.850 + Anteil × 505 = 42.079,5 t; TPC ≈ 50,49544 t/cm; LCF ≈ 3,19088 m achterlich.

    Interpoliere linear; behalte durchgehend ungerundete Werte bei, auch für Tiefgänge und Trimm.

  5. 5

    Mit ungerundetem Trimm, LCF und TPC: erste = Trimm × LCF × TPC × 100 ÷ 180 = +99,6 t; zweite = 50 × Trimm² × 41 ÷ 180 = +14,1 t. Trimmkorrigierte Δ = 42.193,2 t.

    Achterlicher Trimm und achterlicher LCF zeigen zum selben Ende: addieren. Gerundete angezeigte Gewichte ergeben nicht immer exakt die Summe.

  6. 6

    Dichte: trimmkorrigierte Δ × (1,018 − 1,025) ÷ 1,025 = −288,1 t; korrigierte Verdrängung = 41.905,1 t. Minus 1.845 t Abzugsgewichte: netto 40.060,1 t.

    Nettoverdrängung = Leerschiffsgewicht + Konstante + Ladung.

3Wichtige Daten

Viertelmittelwert
≈ 9,64544 m (Aufbiegung 2,2 cm)
Tabellenverdrängung
42.079,5 t bei 1,025 t/m³
Trimmkorrekturen
+99,6 t (erste) und +14,1 t (zweite)
Dichtekorrektur
−288,1 t in Hafenwasser mit 1,018 t/m³
Nettoverdrängung
40.060,1 t nach 1.845 t Abzugsgewichten
Geladene Ladung
40.060,1 − 10.230 = 29.830,1 t

4Kernpunkte

  1. 1

    Korrigiere Endmarken auf die Lote und versetzte Mittschiffsmarken auf mittschiffs, bevor du den Viertelmittelwert berechnest.

  2. 2

    Interpoliere die hydrostatische Tabelle beim Viertelmittelwert.

  3. 3

    Hier werden beide Trimmkorrekturen addiert und die Dichtekorrektur abgezogen.

  4. 4

    Ladung = endgültige Nettoverdrängung − anfängliche Nettoverdrängung.

5Häufige Fehler

  • Falsch: Gehe mit dem Mittel aus vorn und achtern, 9,662 m, in die Tabelle.

    Richtig: Das ignoriert 2,2 cm Aufbiegung und überschätzt die Ladung um etwa 80 t. Nutze den Viertelmittelwert.

  • Falsch: Lass die Hafenwasserdichte weg.

    Richtig: Die Tabelle setzt 1,025 t/m³ voraus. Ohne Korrektur würdest du die Ladung um 288 t überschätzen.

  • Falsch: Ziehe die erste Trimmkorrektur aus Gewohnheit ab.

    Richtig: Prüfe die Richtung: Bei achterlichem Trimm und achterlichem LCF wird addiert. Ein falsches Vorzeichen macht hier etwa 199 t aus.

6Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Bei der Anfangsvermessung ergab sich eine Konstante von 380 t, bei den letzten drei Reisen aber 150–190 t. Landwaagen zeigen 29.600 t geladene Ladung; deine Vermessung ergibt 29.830,1 t. Was tust du?

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Untersuche die veränderte Konstante und kläre die Differenz von rund 230 t, bevor du die Ladungsmenge akzeptierst. Prüfe Tiefgänge, Dichten und Abzugsgewichte beider Vermessungen erneut; fordere die landseitigen Wiegeprotokolle an. Passe die Konstante nicht an die Landwaagen an. Unterschiedliche Methoden allein erklären die Abweichung nicht. Bleibt sie ungeklärt, melde sie nach Unternehmensverfahren und dokumentiere vor dem Unterschreiben beide Mengen und die offene Differenz.

Prüfungstipps

  • Mittelwerte → Lotkorrekturen → QM → Tabelle → Trimmkorrekturen → Dichte → Abzugsgewichte.
  • Ladung = endgültige − anfängliche Nettoverdrängung.
  • Achte auf die Vorzeichen der ersten Trimmkorrektur und der Dichtekorrektur.
  • Vergleiche die Konstante mit früheren Reisen.

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