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Schnelle Bereitschaftsboote: Aussetzen, Führen und Einholen (STCW A-VI/2-2)

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Notfälle≈ 3 Min. Lesezeit

Das schnelle Bereitschaftsboot, seine Besatzung und Ausrüstung

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Ein schnelles Bereitschaftsboot ist ein leistungsstarkes Kleinboot zum Aussetzen und Einholen bei schlechtem Wetter. Es braucht mindestens drei ausgebildete Personen mit geeigneter Schutzkleidung.

Was es schnell macht

Ein schnelles Bereitschaftsboot (FRB) erfüllt die Zusatzanforderungen des Internationalen Rettungsmittel-Codes (LSA-Code), Abschnitt 5.1.4. Sein Rumpf ist einschließlich aufgeblasener Schläuche oder Fender 6 bis 8,5 m lang. Bei ruhigem Wasser erreicht es mit drei Personen mindestens 4 Stunden lang 20 Knoten, voll beladen 8 Knoten. Es muss sich bei schlechtem Wetter und Seegang sicher aussetzen und einholen lassen. Ro-Ro-Fahrgastschiffe müssen eines mitführen; Offshore- und andere Schiffe haben oft ebenfalls eines.

Für eine Kenterung gebaut

Ein FRB ist selbstaufrichtend: Sein Aufrichtsystem bringt es nach einer Kenterung wieder in die aufrechte Lage. Alternativ können höchstens zwei Besatzungsmitglieder es schnell aufrichten. Es lenzt selbst oder lässt sich schnell von Wasser befreien. Beim Kentern stoppt der Motor automatisch oder über die Notstoppleine des Bootsführers, die einen Notstoppschalter auslöst. Prüfe nach dem Aufrichten alles nach Herstellerangaben und setze ausgelöste Notstopps vor dem Neustart zurück. Das Boot hat ein Steuerrad, eine Notsteuerung und ein wasserdichtes UKW-Funkgerät mit Freisprechfunktion.

Die Besatzung

Mindestens drei Personen gehören dazu: ein verantwortlicher Bootsführer, der steuert, und zwei Besatzungsmitglieder für Leinen, die zu rettende Person und den Funk. Alle haben den Befähigungsnachweis zum Führen schneller Bereitschaftsboote nach STCW-Code, Abschnitt A-VI/2-2. Voraussetzung ist der Befähigungsnachweis für Überlebensfahrzeuge und Bereitschaftsboote. Alle fünf Jahre weisen sie den Fortbestand ihrer Befähigung nach. Auf Ro-Ro-Fahrgastschiffen sind mindestens zwei Besatzungen je Boot ausgebildet.

Schutz vor Fahrtwind und Kälte

Deine persönliche Schutzausrüstung (PSA) umfasst einen Eintauchanzug oder Wetterschutzanzug mit Rettungsweste, Helm, Handschuhen, Stiefeln und Augenschutz. Ein Eintauchanzug begrenzt den Wärmeverlust im Wasser; ein Wetterschutzanzug schützt Rettungsbesatzungen vor Kälte und Gischt. Befestige als Bootsführer die Notstoppleine vor dem Motorstart an deinem Körper. Stürze und Stöße im Boot können schwer verletzen. Stütze dich ab, halte dich fest und vermeide das Stehen.

2Wichtige Daten

Rumpflänge
6–8,5 m einschließlich aufgeblasener Schläuche oder Fender
Geschwindigkeit
20 Knoten für 4 h mit 3 Personen; 8 Knoten voll beladen
Kenterung
Selbstaufrichtend oder durch höchstens 2 Personen aufzurichten
Motor beim Kentern
Stoppt automatisch oder durch Notstoppleine; Neustart möglich
Besatzung
Mindestens 3: Bootsführer und zwei Besatzungsmitglieder, STCW A-VI/2-2
Befähigung
Fortbestand der Befähigung alle 5 Jahre nachweisen

3Kernpunkte

  1. 1

    Ein FRB ist 6–8,5 m lang und fährt mit drei Personen 4 Stunden bei 20 Knoten (LSA-Code 5.1.4).

  2. 2

    Es ist selbstaufrichtend oder durch zwei Personen aufzurichten; der Motor stoppt beim Kentern.

  3. 3

    Mindestens drei Personen im FRB; Fortbestand der Befähigung nach STCW A-VI/2-2 alle fünf Jahre nachweisen.

  4. 4

    Anzug, Rettungsweste, Helm, Handschuhe und Augenschutz; der Bootsführer trägt die Notstoppleine.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Die Notstoppleine stört, also befestige sie an der Konsole.

    Richtig: Befestige sie an deinem Körper: Wirst du vom Steuerstand geschleudert, muss der Motor stoppen.

  • Falsch: Für eine kurze Fahrt im Sommer reicht eine Rettungsweste.

    Richtig: Trage Anzug, Rettungsweste, Helm und Augenschutz: Geschwindigkeit, Gischt und Stöße verletzen Besatzungen zu jeder Jahreszeit.

  • Falsch: Jede Bereitschaftsbootbesatzung kann das FRB fahren.

    Richtig: FRB-Besatzungen brauchen den Befähigungsnachweis nach A-VI/2-2 und regelmäßige Übung auf diesem Boot.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Das FRB deiner Ro-Ro-Fähre soll zu einer gekenterten Jolle auslaufen. Ein ausgebildetes Besatzungsmitglied ist an Land; ein Decksmann ohne FRB-Ausbildung meldet sich freiwillig.

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Setze die zweite ausgebildete Besatzung ein, keinen unausgebildeten Freiwilligen: Das Boot braucht einen Bootsführer und zwei ausgebildete Besatzungsmitglieder. Alle tragen Anzug, Rettungsweste, Helm, Handschuhe und Schutzbrille. Der Bootsführer befestigt die Notstoppleine, prüft UKW-Headset und Motor und meldet dem für das Aussetzen verantwortlichen Offizier Einsatzbereitschaft.

Prüfungstipps

  • LSA-Code 5.1.4: 6–8,5 m; 20 Knoten für 4 h mit 3 Personen; 8 Knoten voll beladen.
  • Selbstaufrichtend oder durch höchstens 2 Personen aufzurichten; Motor stoppt beim Kentern; vor Neustart Herstellerprüfungen durchführen und ausgelösten Notstopp zurücksetzen.
  • Mindestens 3 Personen mit STCW A-VI/2-2; Fortbestand der Befähigung alle 5 Jahre nachweisen.
  • PSA: Eintauch- oder Wetterschutzanzug, Rettungsweste, Helm, Handschuhe, Augenschutz, Notstoppleine.

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