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Mensch über Bord: Rettungsmanöver

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Notfälle≈ 3 Min. Lesezeit

Die Person wieder an Bord holen

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Längsseits ist erst der halbe Weg. Wer kalt und erschöpft ist, kann vielleicht nicht klettern. Plane vorher eine geeignete Bergung, möglichst waagerecht.

Zuerst Kontakt sichern

Sichere die Person längsseits mit einer Bergeschlinge oder geeigneten Leine. Halte ihre Atemwege frei. Hake nur an einem vom Hersteller dafür zugelassenen Anschlagpunkt ein. Ist sie außer Reichweite, können eine Wurfleine, also eine zugeworfene Leine, oder eine schwimmfähige Bergeschlinge eine noch mithelfende Person erreichen. Boot und Person können auseinandertreiben. Sichere den Kontakt deshalb zügig.

Bergeschlinge

Eine Bergeschlinge vom Lifesling-Typ ist ein schwimmfähiger Hufeisenkörper an einer Schwimmleine. Kreise langsam mit der Leine an Bord befestigt und frei vom Propeller, sodass sie eine wache, mithelfende Person erreicht. Diese zieht die Schlinge heran und legt sie nach Herstelleranweisung unter die Arme. Stoppe das Boot; unter Motor stellst du den Motor ab, bevor du sie längsseits ziehst. Eine nicht ansprechbare Person kann die Schlinge nicht anlegen: Nutze dein eingeübtes Verfahren, bei dem Helfer die Bergung unterstützen. Hieve nur mit geeignetem, ausreichend belastbarem Gerät.

Anheben

Nutze ein geplantes Bergesystem mit ausreichender Tragfähigkeit. Ein Fall, eine Leine zum Setzen eines Segels, über eine Winsch oder eine Talje, ein Flaschenzug aus Leine und Rollen, liefert Hubkraft. Nutze eine ausreichend belastbare Bergeschlinge oder einen vom Hersteller zugelassenen Hebepunkt; ein gewöhnlicher Ring für die Sicherungsleine am Lifebelt (Sicherheitsgurt) ist ungeeignet. Verwende einen Baum nur mit ausreichend belastbaren Abstützungen und Anschlägen, gegen Ausschwingen gesichert. Beim Parbuckle-Verfahren (Rollbergung) rollst du die Person in einem geeigneten Segel oder Netz waagerecht an Bord. Eine Leiter eignet sich nur für jemanden, der klettern kann; der Motor muss abgestellt sein.

Waagerecht bergen

Der Wasserdruck unterstützt im Wasser den Kreislauf. Beim senkrechten Anheben kann Blut in den Beinen versacken und zum Bergungskollaps beitragen, einer plötzlichen Verschlechterung nach der Rettung. Berge die Person möglichst waagerecht, mit geeigneten Stützen, einem Netz oder dem Parbuckle-Verfahren. Halte sie waagerecht, bewege sie schonend und achte auf einen Kollaps. Zur Versorgung nach der Bergung siehe Medizin: kaltes Wasser.

2Kernpunkte

  1. 1

    Zuerst Kontakt sichern: mit geeigneter Leine oder Schlinge; nur an zugelassenem Anschlagpunkt einhaken.

  2. 2

    Bergeschlinge: kreisen, um eine wache, mithelfende Person zu erreichen; nur mit geeignetem, belastbarem Gerät hieven.

  3. 3

    Nutze mechanische Hilfe: Winsch, Talje oder Parbuckle-Verfahren.

  4. 4

    Leitern nur für Personen, die klettern können, Motor abgestellt.

  5. 5

    Waagerecht bergen, schonend bewegen und auf Bergungskollaps achten.

3Häufige Fehler

  • Falsch: Längsseits kann die Person die Leiter hochklettern.

    Richtig: Kälte, Erschöpfung oder Verletzungen können das verhindern. Halte ein Verfahren zum Anheben bereit.

  • Falsch: Ziehe die Person an der Rettungsweste senkrecht hoch.

    Richtig: Nutze eine ausreichend belastbare Bergeschlinge oder einen vom Hersteller zugelassenen Hebepunkt, nie einen gewöhnlichen Lifebelt-Ring. Berge möglichst waagerecht.

4Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Ein kaltes Crewmitglied ist längsseits gesichert, kann aber nicht klettern. Dein eingeübtes, ausreichend belastbares System kann es senkrecht in einer Schlinge heben oder in einem Bergenetz an Bord rollen. Beides ist bereit. Was wählst du und warum?

Antwort zeigen

Wähle das Bergenetz und rolle die Person mit deinem eingeübten Aufbau für das Parbuckle-Verfahren waagerecht an Bord. Halte die Atemwege frei und bewege sie schonend. Waagerechtes Bergen senkt gegenüber senkrechtem Heben das Risiko eines Bergungskollapses. Halte die Person durchgehend gesichert.

Prüfungstipps

  • Zuerst Kontakt sichern: geeignete Leine oder Schlinge; nur an zugelassenem Anschlagpunkt einhaken.
  • Bergeschlinge für wache, mithelfende Personen; Boot stoppen; unter Motor diesen vor dem Längsseitsholen abstellen. Mit ausreichend belastbarem Gerät hieven.
  • Ausreichend belastbares System für das Parbuckle-Verfahren oder Talje; Leiter nur bei sicherem Klettern, Motor abgestellt.
  • Waagerecht bergen und schonend bewegen, um das Risiko eines Bergungskollapses zu senken; Versorgung siehe Medizin: kaltes Wasser.

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