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Mensch über Bord: Rettungsmanöver

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Notfälle≈ 3 Min. Lesezeit

Unter Segeln zurück: Quick-Stopp und Beidrehen

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Bleib nahe bei der Person. Dreh zügig um, behalte sie im Blick und fahre den letzten Abschnitt kontrolliert an.

Zur Erinnerung

Rufe laut, wirf eine Schwimmhilfe, zeige auf die Person, drücke die MOB-Taste (Mensch über Bord) und alarmiere; siehe Seemannschaft: Mensch über Bord.

Quick-Stopp

Drehe sofort durch eine Wende in den Wind: Der Bug geht durch den Wind. Lass die Schot, die Bedienungsleine der Fock (Vorsegel), belegt. So steht die Fock back, der Wind drückt auf ihre Rückseite. Falle ab, drehe also vom Wind weg, und rolle die Fock ein oder berge sie. Hole das Großsegel zur Mittschiffslinie. Halte alle vom Baum fern, bevor du kontrolliert halst, also mit dem Heck durch den Wind drehst. Fiere danach das Großsegel, lass also die Schot nach. Fahre weit genug nach Lee, um voll und bei zurückzukehren. Fiere frühzeitig die Schoten, um längsseits zu stoppen.

Crash-Stopp und Beidrehen

Wende, ohne die Vorsegelschot zu lösen. Fiere das Großsegel und lege das Ruder so, als wolltest du wieder in den Wind drehen. Stimme beides ab, bis die Kräfte ausgeglichen sind und du beigedreht liegst: fast ohne Fahrt, aber weiter treibend. Boote reagieren unterschiedlich; manche liegen nicht zuverlässig bei. Übe deshalb auf deinem Boot. Zeige weiter auf die Person und bleib manövrierbereit. Vor der Motorfahrt: nachschleppende Leinen einholen, Vorsegel einrollen und prüfen, ob der Propeller frei ist.

Anfahrt voll und bei

Fahre voll und bei an: zwischen hoch am Wind (so dicht am Wind wie möglich) und halbem Wind (Wind quer zum Boot). Hole die Schoten für Vortrieb dicht; fiere sie früh zum Bremsen und rechne mit der Restfahrt. Fährst du direkt gegen den Wind an, kannst du zu früh stehen bleiben und kaum noch steuern. Vor dem Wind nimmt bloßes Fieren den Segeldruck nicht wirksam weg. Stoppe mit der Person längsseits knapp achterlich der Wanten, der Stützdrähte des Mastes, und sichere sie.

Welche Seite?

Viele Schulen stoppen mit der Person in Lee, der windabgewandten Seite: Wenn sich das Boot neigt, liegt die Deckskante näher am Wasser, und das Boot treibt zur Person hin. Bei schwerem Seegang bevorzugen manche Luv, die windzugewandte Seite, damit der Rumpf nicht auf die Person geworfen wird. Dann treibt das Boot allerdings von ihr weg. Übe auf deinem Boot beide Seiten und vereinbare das Vorgehen bei der Einweisung.

2Kernpunkte

  1. 1

    Quick-Stopp: sofort drehen, die Person umkreisen, voll und bei zurückkehren.

  2. 2

    Crash-Stopp: mit back stehender Fock wenden; Ruder und Großsegel zum Beiliegen abstimmen. Du treibst weiter.

  3. 3

    Letzte Anfahrt voll und bei: Schoten dicht für Vortrieb; frühzeitig fieren, um langsamer zu werden.

  4. 4

    Prüfe vor dem Motorstart, ob Leinen im Wasser liegen.

3Häufige Fehler

  • Falsch: Fahre erst weiter, um Platz zum Manövrieren zu gewinnen.

    Richtig: Jede Sekunde vergrößert den Abstand, und die Person gerät schnell außer Sicht. Drehe sofort um.

  • Falsch: Starte sofort den Motor und fahre direkt zurück.

    Richtig: Prüfe zuerst, ob Schoten oder Leinen nachschleppen. Ein blockierter Propeller macht dich manövrierunfähig.

  • Falsch: Fahre vor dem Wind an, damit der Wind dich zur Person trägt.

    Richtig: Vor dem Wind nimmt Fieren den Segeldruck nicht zuverlässig weg. Fahre voll und bei an und fiere frühzeitig, um langsamer zu werden.

4Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Du segelst mit drei Personen an Bord hoch am Wind. Eine fällt über Bord. Dein verbleibendes Crewmitglied ist Anfänger. Der Motor steht nicht zur Verfügung. Welches Manöver wählst du?

Antwort zeigen

Wende mit belegter Fockschot und lass den Anfänger weiter auf die Person zeigen. Fiere das Großsegel und stimme das Ruder zum Beiliegen ab. So gewinnst du nahe bei ihr Zeit, treibst aber weiter. Ist sie außer Reichweite, manövriere erneut und kehre voll und bei zurück. Fiere frühzeitig, um den Segeldruck abzubauen. Sichere sie längsseits, bevor du sie an Bord holst.

Prüfungstipps

  • Quick-Stopp: sofort in den Wind drehen, umkreisen, voll und bei zurückkehren.
  • Crash-Stopp: mit back stehendem Vorsegel wenden; Ruder und Großsegel zum Beiliegen abstimmen. Auf deinem Boot üben.
  • Letzte Anfahrt voll und bei; vor dem Motoreinsatz auf Leinen achten.

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