Meine Module›M8 Notfälle›18. Aussetzen und Führen von Überlebensfahrzeugen und Bereitschaftsbooten (STCW A-VI/2-1)
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Aussetzen und Führen von Überlebensfahrzeugen und Bereitschaftsbooten (STCW A-VI/2-1)

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Notfälle≈ 3 Min. Lesezeit

Inspektionen, Motorprüfungen und Wartung (SOLAS III/20, MSC.402(96))

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Du prüfst Boote und Davits wöchentlich und monatlich. Zertifiziertes Personal untersucht und erprobt sie jährlich und überholt Auslösemechanismen mindestens alle fünf Jahre.

Wöchentlich

Prüfe Boote und Aussetzvorrichtungen wöchentlich durch Sichtkontrolle, einschließlich Hakenbefestigungen und vollständiger Rückstellung der Auslösemechanismen. Lass Motoren von Rettungs- und Bereitschaftsbooten insgesamt mindestens 3 Minuten laufen, sofern die Umgebungstemperatur über der Mindeststarttemperatur liegt. Prüfe das Einkuppeln sicher und sorge für die nötige Kühlung. Benötigt ein Bereitschaftsboot-Außenborder einen eingetauchten Propeller, stelle die vorgeschriebene Wasserversorgung sicher. Bewege Rettungsboote auf Frachtschiffen, außer Freifallbooten, unbesetzt aus der Staustellung, wenn Wetter und See es erlauben. Prüfe den Generalalarm. Protokolliere die Ergebnisse.

Monatlich

Schwenke bei geeignetem Wetter jedes Rettungsboot außer Freifallbooten unbesetzt aus der Staustellung aus. Prüfe die Rettungsmittel einschließlich Bootsausrüstung anhand der Schiffscheckliste (SOLAS III/36). Prüfe am Motor Kraftstoff, Batterieladung, Kühlung und Öl. Kontrolliere die Ausrüstung: Haltbarkeitsdaten von Wasser und Nahrung, pyrotechnische Signalmittel, Erste-Hilfe-Kasten, Ösfass zum Wasserschöpfen, Treibanker und Bedienungsanleitung. Protokolliere die Prüfergebnisse.

Bootsläufer

Prüfe die Läufer regelmäßig, besonders dort, wo sie über Seilscheiben, Rollen mit Seilrille, laufen. Erneuere sie, sobald ihr Zustand es erfordert, oder spätestens nach 5 Jahren, je nachdem, was früher eintritt (SOLAS III/20.4). Das Vertauschen der Läuferenden alle 30 Monate stammt aus den Vorschriften vor 2008.

Jährliche Untersuchung

MSC.402(96) ist seit 1. Januar 2020 verbindlich. Sie verlangt jährlich eine gründliche Untersuchung und Funktionsprüfungen durch zertifiziertes Personal des Herstellers oder eines zugelassenen Wartungsunternehmens. Sie umfassen Boot, Aussetzvorrichtung und Auslösemechanismus.

Alle fünf Jahre

Zertifiziertes Wartungspersonal überholt mindestens alle fünf Jahre die Auslösemechanismen und zerlegt dabei die Haken. Es prüft Auslösemechanismen und Windenbremse mit Prüfgewichten bei der 1,1-fachen Masse des voll beladenen Bootes. Der Techniker unterschreibt die Berichte, Kapitän oder Reederei zeichnen gegen. Bewahre sie während der gesamten Lebensdauer der Ausrüstung an Bord auf. Stelle Auslösemechanismen niemals bei belasteten Haken ein.

2Wichtige Daten

Wöchentlicher Motorlauf
≥3 min; über Mindeststarttemperatur; erforderliche Kühlung
Monatlich
Rettungsboote ausschwenken (keine Freifallboote); Checklistenprüfung
Bootsläufer
Regelmäßig prüfen (Seilscheiben); bei Schäden oder nach ≤ 5 Jahren erneuern
Jährlich
Gründliche Untersuchung und Prüfungen durch zertifiziertes Personal
Alle fünf Jahre
Auslösemechanismen überholen; Prüfungen mit 1,1 × voll beladener Masse
Vorschriften
SOLAS III/20; MSC.402(96) seit 1. Januar 2020

3Kernpunkte

  1. 1

    Je Woche: Haken; Motor ≥3 min bei zulässiger Starttemperatur und vorgeschriebener Kühlung; Frachter-Rettungsboote ohne Freifall sicher unbesetzt bewegen; Alarm.

  2. 2

    Monatlich: Rettungsboote ausschwenken und Checklistenprüfung einschließlich Ausrüstung.

  3. 3

    Läufer regelmäßig prüfen, besonders an Seilscheiben; bei Schäden oder spätestens nach 5 Jahren erneuern.

  4. 4

    Jährliche und fünfjährliche Arbeiten nach MSC.402(96) führt zertifiziertes Wartungspersonal aus.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Die Besatzung darf Auslösemechanismen überholen, wenn sie das Handbuch befolgt.

    Richtig: Überholung, Reparatur sowie jährliche und fünfjährliche Prüfungen erfordern zertifiziertes Personal eines zugelassenen Wartungsunternehmens.

  • Falsch: Lass den Rettungsbootmotor nur einmal monatlich im Hafen laufen.

    Richtig: Lass die Motoren wöchentlich mindestens 3 Minuten laufen, bei vorgeschriebener Starttemperatur und Kühlung. Prüfe das Einkuppeln sicher.

  • Falsch: Bootsläufer halten, bis sie reißen.

    Richtig: Prüfe sie regelmäßig, besonders über Seilscheiben. Erneuere sie bei Schäden oder spätestens nach 5 Jahren.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Bei der Wochenprüfung steht die Anzeige eines Rettungsboothakens zwischen verriegelt und ausgelöst. Das Boot ist in seinen Davits gestaut. Die Jahreswartung ist in zwei Monaten fällig.

Antwort zeigen

Behandle das Boot als nicht einsatzbereit und melde es dem zuständigen Offizier und Kapitän. Halte Personen fern und dokumentiere den Mangel. Betätige, justiere oder stelle den verdächtigen Haken unter Last nicht zurück. Organisiere eine zugelassene Abstützung zur Hakenentlastung nach Herstellerverfahren. Nur für diese Arbeit befugtes Personal darf den Fehler untersuchen und beheben. Ziehe bei Bedarf ein zugelassenes Wartungsunternehmen hinzu.

Prüfungstipps

  • Wöchentlich (III/20.6): Haken; Motor ≥3 min bei zulässiger Starttemperatur und vorgeschriebener Kühlung (Umgebung über Mindeststarttemperatur); Frachtschiff-Rettungsboote (keine Freifallboote) unbesetzt bewegen, wenn sicher; Alarm.
  • Monatlich (III/20.7): Rettungsboote ausschwenken; Rettungsmittel und Bootsausrüstung nach Checkliste prüfen.
  • Läufer (III/20.4): regelmäßig prüfen, besonders an Seilscheiben; bei Schäden oder nach ≤ 5 Jahren erneuern.
  • MSC.402(96): jährliche Untersuchung; fünfjährliche Überholung und Lastprüfungen mit 1,1-facher Masse durch zertifiziertes Personal.

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