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ECDIS-Grundlagen: ENC (S-57 und der neue Standard S-101), Sicherheitseinstellungen und Alarme

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Navigation≈ 3 Min. Lesezeit

Sicherheitskontur, Sicherheitstiefe und Anzeigekategorien

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Deine Sicherheitskontur trennt auf dem Bildschirm sicheres von unsicherem Wasser und löst vorab Alarm aus. Berechne die Tiefe und prüfe die Einstellung für diese Reise.

Vier Tiefeneinstellungen

Die Sicherheitskontur trennt für dein Schiff sicheres von unsicherem Wasser. Sie wird fett gezeichnet. Bei aktiver Überwachung gibt ECDIS vorab Alarm, wenn die vorausberechnete Bewegung den eingestellten Abstand zu ihr unterschreitet. Die Sicherheitstiefe hebt angezeigte Tiefenzahlen fett hervor, die gleich tief oder flacher sind. Flachwasserkontur und Tiefwasserkontur ändern nur die Farbabstufung; sie lösen keinen Alarm aus. Im Vierfarbenmodus ist flacheres Wasser dunkler blau; der Zweifarbenmodus zeigt nur sicheres und unsicheres Wasser.

Berechnung

Beginne mit Tiefgang + Squat (zusätzliches Einsinken in Fahrt) + geforderter Unterkielfreiheit (UKC, der Abstand unter deinem Kiel). Berücksichtige nötige Zuschläge für Krängung und Seegang. Im folgenden Rechenbeispiel wird die Tide nicht berücksichtigt. Stelle die Sicherheitstiefe auf derselben Grundlage ein.

Nächsttiefere Kontur

Du kannst jeden Wert eingeben, doch die ENC enthält nur bestimmte Tiefenlinien, etwa 5, 10, 20 und 30 m. ECDIS nutzt die gewählte Kontur, wenn sie vorhanden ist; sonst die nächsttiefere. Ohne Eingabe gilt standardmäßig eine Sicherheitskontur von 30 m. Eine Anzeige weist auf diesen Standardwert hin. Eine Einstellung von 11 m erscheint als 20-m-Kontur, wenn nur 10 und 20 m kartiert sind.

Rechenbeispiel

Tiefgang 9,2 m, Squat 0,8 m, geforderte Unterkielfreiheit 1,0 m: 9,2 + 0,8 + 1,0 = 11,0 m. Stelle Sicherheitskontur und Sicherheitstiefe auf 11,0 m. Die Karte enthält 10- und 20-m-Konturen, also zeichnet ECDIS 20 m. Angezeigte Tiefenzahlen von 11 m oder weniger werden hervorgehoben. Die 20-m-Kontur ist vorsichtig gewählt. Bewerte die Unterkielfreiheit im gesamten Routenkorridor. Einzelne Tiefenangaben beweisen keine sichere Passage innerhalb dieser Kontur.

Anzeigekategorien

Display base (Basisanzeige) lässt sich nicht ausblenden, reicht aber nicht zur sicheren Navigation. Sie enthält Küstenlinie, Sicherheitskontur und Einzelgefahren im sicheren Wasser. Standard display (Standardanzeige) ist das übliche Minimum für Planung und Überwachung; hinzu kommen Schifffahrtszeichen, Trockenfalllinie, Fahrwasser, Sperrgebiete und Schiffswegeführungsmaßnahmen. All other (alle weiteren Informationen) ergänzt Tiefenzahlen, Kabel, Rohrleitungen und mehr. Blende Tiefenzahlen ein, um die Hervorhebung durch die Sicherheitstiefe zu sehen. Prüfe zweifelhafte Bereiche in All other.

2Wichtige Daten

Sicherheitskontur
Fette Linie; Voralarm beim gewählten Abstand
Standard ohne Eingabe
30 m Sicherheitskontur mit entsprechender Anzeige
Wert fehlt in der ENC
Nächsttiefere verfügbare Kontur wird verwendet
Sicherheitstiefe
Gleich tiefe oder flachere Tiefenzahlen erscheinen fett
Flach- und Tiefwasserkontur
Nur Farbabstufung, kein Alarm
Rechenbeispiel
9,2 Tiefgang + 0,8 Squat + 1,0 UKC = 11,0 m

3Kernpunkte

  1. 1

    Sicherheitskontur = Tiefgang + Squat + geforderte UKC mit Zuschlägen; für jede Reise einstellen.

  2. 2

    ECDIS nutzt die gewählte Kontur, sofern vorhanden, sonst die nächsttiefere. Ohne Eingabe gelten 30 m.

  3. 3

    Sicherheitstiefe hebt flache Tiefenzahlen hervor; Flach- und Tiefwasserkontur ändern nur Farben.

  4. 4

    Display base lässt sich nicht ausblenden. Prüfe zweifelhafte Bereiche in All other.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Die Sicherheitskontur erscheint genau bei der eingegebenen Tiefe.

    Richtig: Sie nutzt die gewählte Kontur, sofern vorhanden, sonst die nächsttiefere kartierte. Bei 11 m und vorhandenen 10- und 20-m-Konturen zeigt sie 20 m.

  • Falsch: Die standardmäßige 30-m-Sicherheitskontur ist die sicherste Wahl.

    Richtig: Berechne die erforderliche Tiefe und prüfe verfügbare ENC-Konturen. Eine angezeigte 30-m-Kontur kann passen; prüfe das für diese Reise.

  • Falsch: Das Überqueren der Flachwasserkontur löst Alarm aus.

    Richtig: Flach- und Tiefwasserkontur ändern nur Farben. Der Alarm ist an die Sicherheitskontur gebunden.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Dein Tiefgang beträgt 12 m, Squat 1 m und geforderte UKC 2 m. Die ENC enthält nur 10- und 20-m-Konturen. ECDIS hebt 20 m hervor. Ein Kollege schlägt 10 m als Eingabe vor, um Alarme zu vermeiden. Was tust du?

Antwort zeigen

Lass den berechneten Wert bei 15 m; ECDIS wählt korrekt die nächsttiefere Kontur, 20 m. Lass auch die Sicherheitstiefe bei 15 m. Mit 10 m läge die Kontur unter der erforderlichen Tiefe. Einzelne Tiefenangaben beweisen keine sichere Passage innerhalb von 20 m. Kläre alle betroffenen Routenabschnitte vor der Freigabe.

Prüfungstipps

  • Sicherheitskontur: Alarmlinie; Sicherheitstiefe: fette Tiefenzahlen; Flach-/Tiefwasserkontur: nur Farben.
  • Wert fehlt in ENC → nächsttiefere Kontur; keine Eingabe → Standard 30 m mit Anzeige.
  • Display base (nicht ausblendbar), Standard display, All other.

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