Meine Module›M12 Schiff und Maschine›17. Fernsteuerung der Antriebsanlage und der maschinentechnischen Systeme (STCW A-II/2)
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Fernsteuerung der Antriebsanlage und der maschinentechnischen Systeme (STCW A-II/2)

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Schiff und Maschine≈ 4 Min. Lesezeit

Blackout auf See: die ersten Minuten und die Wiederherstellung

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Bei einem Blackout, dem Ausfall der Hauptstromversorgung, wird es dunkel und still. Das Schiff verliert Fahrt. Steuere, solange es geht, warne andere und lass die Stromversorgung geordnet wiederherstellen.

Was beim Blackout passiert

Fällt die Hauptstromversorgung aus, können Beleuchtung, Hilfsmaschinen und vom Hauptnetz versorgte Ruderpumpen ausfallen. Der Antrieb kann abschalten. Die Notstromquelle versorgt bestimmte Sicherheitseinrichtungen. Eine vorgeschriebene alternative Ruderversorgung kann von dort oder aus einer unabhängigen Quelle kommen. Prüfe, was läuft. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) oder Batterie versorgt nur ihre angeschlossenen Geräte ohne Unterbrechung. Prüfe Anzeigen, Sensoren und Kommunikation. Die Reserveversorgung des VDR zeichnet möglicherweise nur Brückengespräche auf, nicht sämtliche Sensordaten.

Was das Schiff noch kann

Ist das Ruder verfügbar, nutze die Restfahrt durchs Wasser, um von Verkehr und Gefahren freizusteuern. Ausrichtung und Abdrift hängen von Schiff, Wind und Seegang ab. Nimm nicht an, dass es sich quer zur See legt. Ermittle schnell Wassertiefe, Abstand zur Gefahr und Driftgeschwindigkeit. Prüfe beim möglichen Ankern neben der Tiefe auch die Gerätegrenzen und die Haltebedingungen des Ankergrunds.

Stromversorgung wiederherstellen

Die technischen Offiziere nehmen nach dem Blackout-Verfahren des Schiffes einen Hauptgenerator in Betrieb, schalten wichtige Verbraucher zu und starten den Antrieb. Bestätige möglichst früh die Ruderfunktion. Schalte Lasten stufenweise innerhalb der verfügbaren Generatorleistung zu. Fordere nicht sofort volle Leistung oder das Bugstrahlruder an, sobald das Licht zurückkommt. Eine große Last kann erneut einen Blackout auslösen. Vereinbare mit dem Leiter der Maschinenanlage, was wann verfügbar sein wird.

Vorbeugen

Viele Blackouts beginnen beim Brennstoff: verschmutzte Filter, Wasser im Brennstoff oder das Umschalten auf vorschriftsgemäßen schwefelarmen Brennstoff an einem Emissions-Überwachungsgebiet. Andere entstehen durch Überlast bei Manövern oder falsches Schalten. Beende Brennstoffwechsel deutlich vor der Gebietsgrenze oder Lotsenstation. Sorge für die nach den Manöververfahren erforderliche Generatorleistung und Bereitschaft. Prüfe die Bereitschaftsstarts nach Plan.

2Schritt für Schritt

Blackout: die ersten Minuten auf der Brücke

  1. 1

    Prüfe die Stromversorgung des Ruders. Prüfe die tatsächlich vorhandene alternative Versorgung und stelle die Steuerfähigkeit anhand der zugelassenen Checkliste wieder her.

    Restfahrt hilft nur beim Steuern, wenn Rudersteuerung und Stromversorgung verfügbar sind.

  2. 2

    Rufe Kapitän und Maschinenraum. Notiere Zeit und Position.

    Die technischen Offiziere müssen sofort beginnen. Die Aufzeichnungen sind später wichtig.

  3. 3

    Kannst du wegen des Ausfalls nicht mehr nach den Kollisionsverhütungsregeln (KVR) manövrieren, zeige die Signale für ein manövrierunfähiges Fahrzeug (NUC). Stelle den Status im automatischen Schiffsidentifizierungssystem (AIS) entsprechend ein.

    NUC hängt vom Verlust der Manövrierfähigkeit ab, nicht allein vom Blackout.

  4. 4

    Warne Schiffe in der Nähe und die VTS über UKW-Funk. Nutze je nach Lage Dringlichkeits- oder Notverkehr.

    Eine frühe Warnung gibt anderen Zeit, sich freizuhalten.

  5. 5

    Beurteile Tiefe, Abdrift und Gefahren. Bereite Anker vor, wenn Tiefe, Gerätegrenzen und Haltebedingungen dies erlauben.

    Eine geeignete Ankermöglichkeit kann eine Grundberührung verhindern. Die Tiefe allein reicht für diese Beurteilung nicht.

  6. 6

    Koordiniere mit den technischen Offizieren die stufenweise Wiederherstellung nach Bordverfahren. Sichere die VDR-Daten.

    Zu schnelles Zuschalten von Lasten kann erneut einen Blackout auslösen. Die Daten zeigen den Ablauf.

3Kernpunkte

  1. 1

    Notstrom versorgt bestimmte Einrichtungen. Bestätige die Verfügbarkeit von Ruder und Navigationsgeräten.

  2. 2

    Ist das Ruder verfügbar, nutze die Restfahrt. Beurteile Abdrift, Tiefe, Gefahren und Ankermöglichkeiten.

  3. 3

    Kannst du nicht nach den KVR manövrieren, zeige NUC-Signale. Warne andere und prüfe das Ankern.

  4. 4

    Schalte Lasten mit den technischen Offizieren geordnet zu. Hastiges Zuschalten verursacht erneut einen Blackout.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Warte mit der Meldung, bis die Maschine wieder läuft. Das dauert nur wenige Minuten.

    Richtig: Warne nahe Schiffe und die VTS sofort. Dauert die Wiederherstellung länger, halten sie sich bereits frei.

  • Falsch: Fordere sofort „Full ahead“, also voll voraus, sobald das Licht zurückkommt.

    Richtig: Warte auf die Bereitschaftsmeldung der technischen Offiziere. Belastest du einen Generator zu schnell, kann erneut ein Blackout entstehen.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

In einer küstennahen Verkehrsspur fällt bei 12 Knoten die Hauptstromversorgung aus. Der Notgenerator startet. Die Küste liegt 4 Seemeilen in Lee, die Wassertiefe beträgt 40 m. Windstärke 6 weht auflandig. Ein Schiff überholt 1 Seemeile achteraus. Was tust du?

Antwort zeigen

Bestätige die Ruderversorgung. Ist sie verfügbar, nutze die Restfahrt in als sicher beurteiltes Wasser und achte auf den Verkehr. Rufe Kapitän und technische Offiziere. Kannst du nicht wie vorgeschrieben manövrieren, zeige NUC-Signale und passe den AIS-Status an. Warne den Überholer und die VTS. Nutze je nach Lage Dringlichkeits- oder Notverkehr. Beurteile die Abdrift. Bereite Anker vor, wenn Tiefe, Gerätegrenzen und Haltebedingungen es erlauben. Koordiniere die Wiederherstellung und sichere die VDR-Daten.

Prüfungstipps

  • Was beim Blackout ausfällt und was die Notstromquelle weiter versorgt.
  • Erste Brückenmaßnahmen: Ruder bestätigen, Hilfe rufen, NUC-Status beurteilen, warnen, Abdrift und Ankermöglichkeiten prüfen.
  • Schiffsspezifische, stufenweise Wiederherstellung wichtiger Einrichtungen und des Antriebs.
  • Häufige Ursachen: Brennstoffwechsel, Überlast, Filter.

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