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Fernsteuerung der Antriebsanlage und der maschinentechnischen Systeme (STCW A-II/2)

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Schiff und Maschine≈ 3 Min. Lesezeit

Ruder- und Antriebsausfälle und die Verbindung zum Maschinenraum

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Ein Ruder- oder Antriebsausfall kann sofortiges Handeln erfordern. Verringere die Gefahr, rufe Hilfe und nutze das Wiederherstellungsverfahren deines Schiffes.

Ruderausfall

Ruderalarme können auf Fehler in Stromversorgung, Steuerung oder Hydraulik hinweisen. Prüfe die Ruderreaktion, verringere die Gefahr und rufe Kapitän und technische Offiziere. Warne nahen Verkehr sofort. Befolge die ausgehängten Ausfall- und Umschaltanweisungen. Organisiere nötigenfalls örtliches Steuern im Rudermaschinenraum und halte die Verbindung zu diesem Team. Zeige NUC-Signale für Manövrierunfähigkeit, wenn du nicht nach den Kollisionsverhütungsregeln manövrieren kannst. Umschaltung und Übungen findest du unter Ruderanlage.

Mit der Maschine steuern

Bei festgeklemmtem Ruder reduzierst du den Schub je nach Lage, um die unkontrollierte Drehung zu begrenzen. Weniger Fahrt verringert meist die Drehgeschwindigkeit und gibt mehr Reaktionszeit. Überwache Bahn und Seeraum. Die Kontrolle ist nicht gesichert. Ein einzelner CPP regelt den Schub, steuert aber nicht eigenständig. Unterschiedlicher Schub an zwei Propellern kann helfen. Querstrahlruder können bei geeigneter niedriger Fahrt innerhalb ihrer wirksamen Einsatzgrenzen helfen. Die Wirkung hängt von Schiff, Fahrt und Ruderlage ab. Fordere verfügbare Schlepperhilfe frühzeitig an.

Antriebsausfall

Frage den Maschinenraum nach Ursache und voraussichtlicher Zeit bis zum Neustart. Ist das Ruder verfügbar, nutze die Restfahrt in sicheres Wasser. Warne andere sofort. Zeige NUC-Signale, wenn du nicht nach den Regeln manövrieren kannst. Prüfe in engen Gewässern das Ankern oder rufe einen Schlepper. Fahrgastschiffe und Frachtschiffe ab 500 BRZ führen Notschleppverfahren mit. Tanker ab 20.000 dwt (Tragfähigkeit in Tonnen) haben an beiden Schiffsenden Notschleppvorrichtungen. Neue Nichttankschiffe ab 20.000 BRZ brauchen diese ab 1. Januar 2028.

Verbindung zwischen Brücke und Maschinenraum

SOLAS verlangt mindestens zwei unabhängige Mittel für Maschinenkommandos von der Brücke zum Maschinenraum. Eines davon ist ein Maschinentelegraf. Gib klare Kommandos: „Maschine zum Manövrieren klarmachen“ (Stand by engines); „Full away“ – auf Seebetrieb gehen; „Finished with engines“ – Maschine wird nicht mehr benötigt. Die Bereitschaft zum Manövrieren bestätigt der Maschinenraum. Kündige Manöver und geplante Fahrtänderungen frühzeitig an. Umgekehrt warnen dich die technischen Offiziere vor Arbeiten, die Leistung oder Verfügbarkeit einschränken.

Prüfungen vor Ankunft und Abfahrt

Vor dem Auslaufen wird das Ruder nach SOLAS V/26 geprüft; siehe Ruderanlage. Prüfe vor Ankunft und Abfahrt nach Reedereianweisung die Maschine voraus und achteraus, die Telegrafen und die Kommunikation. Ein im freien Wasser entdeckter Fehler ist lästig. An der Lotsenstation ist er gefährlich.

2Kernpunkte

  1. 1

    Ruderausfall: Gefahr verringern, Hilfe rufen, ausgehängte Anweisungen befolgen und Verbindung zum örtlichen Ruderteam halten.

  2. 2

    Weniger Fahrt verringert meist die Drehgeschwindigkeit und gibt Reaktionszeit. Überwache Bahn und Seeraum.

  3. 3

    Antriebsausfall: Steuerfähigkeit beurteilen, Verkehr warnen, technische Offiziere fragen und Ankern oder Schlepperhilfe erwägen.

  4. 4

    Mindestens zwei unabhängige Mittel für Maschinenkommandos; Prüfungen vor Ankunft und Abfahrt.

3Häufige Fehler

  • Falsch: Halte nach einem Ruderausfall volle Fahrt, damit das Schiff steuerfähig bleibt.

    Richtig: Reduziere den Schub je nach Lage. Weniger Fahrt verringert meist die Drehgeschwindigkeit und gibt Reaktionszeit. Überwache Bahn und verbleibenden Seeraum.

  • Falsch: Warte auf den Bericht der technischen Offiziere, bevor du den Verkehr warnst.

    Richtig: Warne andere, sobald die Kontrolle verloren geht. Der technische Bericht kann folgen.

4Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Bei 14 Knoten in einem betonnten Fahrwasser ertönt der Ruderalarm. Die Ruderlagenanzeige zeigt ein bei 10° Steuerbord festgeklemmtes Ruder. Es reagiert nicht auf Brückenkommandos. Ein einlaufendes Schiff ist 2 Seemeilen voraus.

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Reduziere den Schub je nach Lage und rufe Kapitän sowie technische Offiziere. Befolge die ausgehängten Ausfallanweisungen. Organisiere nötigenfalls örtliches Steuern mit geprüfter Kommunikation. Warne das einlaufende Schiff und die VTS. Zeige NUC-Signale, wenn du nicht nach den Regeln manövrieren kannst. Nutze den Antrieb vorsichtig. Ein Querstrahlruder kann bei 14 Knoten wirkungslos sein. Überwache Bahn und Seeraum. Prüfe Ankermöglichkeiten und Schlepperhilfe.

Prüfungstipps

  • Ruderausfall: Reaktion prüfen, Gefahr verringern, ausgehängte Anweisungen befolgen und Kommunikation halten.
  • Maschine und Querstrahlruder bei festgeklemmtem Ruder einsetzen.
  • Antriebsausfall: NUC-Status, Warnungen, Ankermöglichkeiten, Schlepper und Notschleppanforderungen.
  • Mindestens zwei unabhängige Mittel für Maschinenkommandos; Prüfungen vor Ankunft und Abfahrt.

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