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Fernsteuerung der Antriebsanlage und der maschinentechnischen Systeme (STCW A-II/2)

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Schiff und Maschine≈ 3 Min. Lesezeit

Die Hauptmaschine von der Brücke steuern

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Auf den meisten Schiffen steuerst du die Hauptmaschine mit einem Hebel von der Brücke. Lerne, was er übernimmt, wo seine Grenzen liegen und wie du die Steuerung abgibst.

Wer steuert die Maschine?

Das Internationale Übereinkommen von 1974 zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (SOLAS), Regel II-1/49, verlangt: Drehzahl, Schubrichtung und beim Verstellpropeller (CPP) auch die Steigung müssen unter allen Fahrtbedingungen vollständig von der Brücke steuerbar sein. Die Steigung ist die Einstellung der Propellerblätter. Ein Hebel je unabhängigem Propeller genügt. Anlassluft, Brennstoff, Umsteuern und Überlastgrenzen regelt das System automatisch. Steuern kannst du auch im Maschinenkontrollraum (ECR) oder am örtlichen Steuerstand direkt an der Maschine.

Immer nur ein Steuerstand

Nur ein Steuerstand steuert die Maschine. Jeder Stand zeigt an, welcher aktiv ist. Die Übergabe zwischen Brücke und Maschinenbereich erfolgt im Maschinenraum oder ECR. Die übernehmende Seite muss zustimmen. Bei der Übergabe darf sich der Schub nicht wesentlich ändern. Gleiche deshalb die Hebelstellungen ab und sprich dich vor dem Umschalten telefonisch ab.

Anzeigen und Notstopp

Bei Festpropellern zeigt die Brücke Drehzahl und Drehrichtung an, bei CPP Drehzahl und Steigung. Ein Notstopp auf der Brücke arbeitet unabhängig von der Brückensteuerung. Du musst wissen, wo er sitzt und was er bewirkt: Er stoppt die Maschine, nicht das Schiff. Brückenkommandos werden auch im ECR oder am örtlichen Steuerstand angezeigt.

Lastprogramm und Grenzen

Die Steuerung schützt die Maschine. Ein Lastprogramm steigert die Leistung oberhalb eines festgelegten Werts langsam, etwa beim Übergang von Manöverfahrt auf Reisegeschwindigkeit. Gesperrte Drehzahlbereiche mit gefährlichen Wellenschwingungen durchfährst du zügig. Halte dort keine Dauerdrehzahl. Automatische Anlassversuche sind begrenzt, um Anlassluft zu sparen. Ein Alarm warnt vor niedrigem Anlassluftdruck, solange weitere Starts noch möglich sind.

Wenn die Fernsteuerung ausfällt

Ein Ausfall der Brückensteuerung löst Alarm aus. Soweit möglich bleiben die letzte Drehzahl und Richtung erhalten, bis die örtliche Steuerung übernimmt. Kommandos gehen dann über den Maschinentelegrafen oder ein zweites unabhängiges Kommunikationsmittel an den ECR oder örtlichen Steuerstand. Übe diese Umschaltung im Hafen und bei Übungen, bevor du sie an einer Lotsenstation brauchst.

2Wichtige Daten

Brückensteuerung (SOLAS II-1/49)
Drehzahl, Schubrichtung und Steigung von der Brücke
Steuerstände
Nur einer aktiv; Übergabe im Maschinenraum oder ECR
Notstopp
Auf der Brücke, unabhängig von der Brückensteuerung
Brückenanzeigen
Wellendrehzahl und Drehrichtung oder Drehzahl und Steigung (CPP)

3Kernpunkte

  1. 1

    Ein Hebel je Propeller; das System regelt Anlassen, Umsteuern und Überlastgrenzen.

  2. 2

    Nur ein Steuerstand ist aktiv; die Übergabe erfolgt im Maschinenraum oder ECR.

  3. 3

    Der Brückennotstopp ist von der Fernsteuerung unabhängig.

  4. 4

    Wiederholte Fehlstarts leeren die Anlassluftflaschen. Melde sie sofort dem Maschinenraum.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Versuche von der Brücke weiter zu starten, bis die Maschine anspringt.

    Richtig: Jeder Fehlstart verbraucht Anlassluft. Rufe nach einem Fehlstart den Maschinenraum an und stimme das weitere Vorgehen ab.

  • Falsch: Halte jede Drehzahl, die der Reiseplan erfordert.

    Richtig: Vermeide Dauerbetrieb im gesperrten Drehzahlbereich. Wähle eine Drehzahl darüber oder darunter.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Beim Anlaufen der Lotsenstation ertönt der Alarm der Brückensteuerung. Die Hauptmaschine reagiert nicht mehr auf den Brückenhebel. Sie läuft weiter mit der letzten Einstellung: „Half ahead“, also halb voraus. Der Lotse ist 2 Seemeilen entfernt, und andere Schiffe sind in der Nähe.

Antwort zeigen

Rufe sofort den Kapitän und den Maschinenraum. Lass die technischen Offiziere im ECR oder am örtlichen Steuerstand übernehmen. Gib Kommandos über Telegraf und Telefon. Steuere weiter und nutze die verfügbaren Möglichkeiten, um anderen Schiffen auszuweichen. Warne den Lotsen und die Verkehrszentrale (VTS). Übernimm den Lotsen erst, wenn die Maschinensteuerung bestätigt ist. Dokumentiere Zeiten und Maßnahmen und sichere die Daten des Schiffsdatenschreibers (VDR).

Prüfungstipps

  • Anforderungen an die Brückensteuerung nach SOLAS II-1/49.
  • Steuerungsübergabe und Anzeige des aktiven Steuerstands.
  • Unabhängiger Notstopp auf der Brücke.
  • Lastprogramm, gesperrte Drehzahlbereiche und Anlassluftgrenzen.

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