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Fernsteuerung der Antriebsanlage und der maschinentechnischen Systeme (STCW A-II/2)

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Schiff und Maschine≈ 3 Min. Lesezeit

Generatoren, Leistungsmanagement und Notschalttafel

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Antrieb und Ruder brauchen Strom. Lerne, wie die Anlage die Versorgung sichert, welche Verbraucher sie zuerst abschaltet und was der Notgenerator versorgt.

Die Hauptstromquelle

Dieselgeneratoren und auf vielen Schiffen ein von der Hauptmaschine angetriebener Wellengenerator speisen die Hauptschalttafel. Ein Leistungsmanagementsystem startet einen Bereitschaftsgenerator und schaltet ihn zu, wenn die Last steigt oder ein laufendes Aggregat ausfällt. Es verteilt die Last zwischen den Aggregaten. Versorgt auf einem UMS-Schiff normalerweise ein Generator das Netz, muss bei dessen Ausfall ein Bereitschaftsaggregat automatisch starten und zuschalten.

Vorrangige Lastabschaltung

Bei Überlast schaltet die vorrangige Lastabschaltung unwichtige Verbraucher stufenweise ab, etwa Kombüse, Klimaanlage und einzelne Ladungseinrichtungen. So sichern die übrigen Generatoren Antrieb, Ruder und Sicherheit. Große Verbraucher wie Bugstrahlruder brauchen oft zuerst einen zweiten Generator. Fordere vor dem Einschalten die nötige Leistung an und warte auf die Bereitschaftsmeldung.

Die Notstromquelle

Der Notgenerator liegt oberhalb des obersten durchlaufenden Decks, mit unabhängigem Zugang und räumlicher Trennung von der Hauptanlage. Bei der automatischen Ausführung startet er nach Ausfall der Hauptversorgung und schaltet innerhalb von 45 Sekunden auf die Notschalttafel. Die vorgeschriebenen Notverbraucher müssen normalerweise auf Frachtschiffen 18 Stunden, auf Fahrgastschiffen 36 Stunden versorgt werden. Dazu gehören Beleuchtung, Funk und eine elektrische Notfeuerlöschpumpe, sofern sie von dieser Schalttafel gespeist wird. Fahrgastschiffe haben zusätzlich eine Übergangsstromquelle aus Batterien für 30 Minuten.

Strom für das Ruder

Elektrische Ruderantriebe haben getrennte Stromkreise. Einer darf über die Notschalttafel führen. Übersteigt der erforderliche Durchmesser des Ruderschafts an der Pinne 230 mm ohne Eisverstärkung, muss innerhalb von 45 Sekunden automatisch eine alternative Stromquelle zuschalten. Das kann die Notstromquelle oder eine unabhängige Quelle im Rudermaschinenraum sein. Ab 10.000 Bruttoraumzahl (BRZ; englisch GT) beträgt die Mindestversorgungsdauer 30 Minuten, darunter 10 Minuten. Versorgt werden ein Ruderantrieb, seine Steuerung und die Ruderlagenanzeige.

Leistung mit alternativer Versorgung

Mit dieser Versorgung muss die Anlage das Ruder bei größtem Seetiefgang innerhalb von 60 Sekunden von 15° auf einer Seite auf 15° der anderen Seite legen. Die Prüfgeschwindigkeit ist die halbe höchste Voraus-Dienstgeschwindigkeit oder 7 Knoten, je nachdem, welcher Wert größer ist.

Wellengeneratoren und Manöver

Ein Wellengenerator liefert bei Reisegeschwindigkeit kostengünstig Strom. Er kann ausfallen, wenn die Maschine langsamer läuft, stoppt oder umsteuert. Reedereianweisungen verlangen deshalb meist laufende Dieselgeneratoren vor Manövern und in engen Gewässern, oft zwei im Parallelbetrieb.

2Wichtige Daten

Automatische Notgeneratoranlage
Unter Last innerhalb von 45 s nach Ausfall der Hauptversorgung
Normale Versorgungsdauer vorgeschriebener Notverbraucher
Frachtschiffe 18 h; Fahrgastschiffe 36 h
Übergangsstromquelle (Fahrgastschiffe)
Batterien für 30 min
Erforderlicher Ruderschaft > 230 mm an der Pinne, ohne Eisverstärkung
Alternative Versorgung: 45 s; ≥ 10.000 BRZ: 30 min; darunter 10 min
Ruder: größter Seetiefgang; halbe höchste Voraus-Dienstgeschwindigkeit oder 7 Knoten, je nachdem, was größer ist
Von 15° auf einer Seite auf 15° der anderen innerhalb von 60 s

3Kernpunkte

  1. 1

    Das Leistungsmanagement startet Bereitschaftsaggregate und verteilt die Last.

  2. 2

    Die vorrangige Lastabschaltung trennt unwichtige Verbraucher, damit Antrieb und Ruder versorgt bleiben.

  3. 3

    Automatischer Notgenerator: innerhalb von 45 s unter Last; vorgeschriebene Verbraucher normalerweise 18 h auf Fracht- und 36 h auf Fahrgastschiffen.

  4. 4

    Lass vor Manövern Dieselgeneratoren laufen. Wellengeneratoren können ausfallen.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Starte das Bugstrahlruder, sobald du es brauchst.

    Richtig: Fordere zuerst Leistung an. Ein großer Verbraucher an nur einem Generator kann die Versorgung abschalten.

  • Falsch: Der Notgenerator versorgt bei einem Blackout das ganze Schiff.

    Richtig: Er speist nur die Notschalttafel: Notbeleuchtung, Positionslaternen, Funk, Alarme und einige wichtige Einrichtungen.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Dein Schiff fährt bei Reisegeschwindigkeit mit Wellengenerator. Zwei Stunden vor einer Flussmündung willst du die Fahrt reduzieren und später am Liegeplatz das Bugstrahlruder nutzen. Was vereinbarst du mit dem Maschinenraum?

Antwort zeigen

Lass vor der Fahrtreduzierung die nach Bordverfahren nötige Dieselgeneratorleistung und Bereitschaft herstellen. Der Wellengenerator kann bei sinkender Maschinendrehzahl ausfallen. Lass bestätigen, wann die Dieselgeneratoren unter Last sind. Fordere vor Einsatz des Bugstrahlruders Leistung an und warte auf die Bereitschaftsmeldung. Vereinbare, wann der Maschinenraum besetzt wird. Prüfe Maschine und Ruder vor der Einfahrt in den Fluss.

Prüfungstipps

  • Leistungsmanagement, Bereitschaftsstart und vorrangige Lastabschaltung.
  • Automatische Notgeneratoranlage: Aufstellort, 45 s; vorgeschriebene Verbraucher normalerweise 18 h auf Fracht- und 36 h auf Fahrgastschiffen.
  • Alternative Ruderversorgung: erforderlicher Schaft > 230 mm ohne Eisverstärkung; 45 s, 30 oder 10 min; Prüfbedingungen.
  • Wellengeneratoren und Manöver.

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