Wie die SMCP aufgebaut sind und warum du sie brauchst
1Die Lektion in einfachen Worten
Die SMCP sind das festgelegte Sicherheitsenglisch der IMO. Teil A muss jeder nautische Offizier beherrschen; Teil B ergänzt Redewendungen für den Bordbetrieb.
Was die SMCP sind
Die IMO-Standardredewendungen für die Seefahrt (SMCP) wurden am 29. November 2001 mit Entschließung A.918(22) angenommen. Dieses vereinfachte Sicherheitsenglisch nutzt du mit anderen Schiffen, Küstenfunkstellen und deiner Besatzung. Es ersetzte das Standardvokabular für die Seefahrt von 1985. Nautisches Englisch vermittelte dir die Grundlagen; hier lernst du, was ein nautischer Wachoffizier braucht.
Warum du sie kennen musst
Tabelle A-II/1 des STCW-Codes verlangt vom nautischen Wachoffizier, die SMCP anzuwenden und Englisch schriftlich und mündlich zu beherrschen. SOLAS V/14.4 legt Englisch als Arbeitssprache für die Sicherheitskommunikation zwischen Brücken, zwischen Brücke und Land sowie zwischen Lotsen und Brückenteam fest. Eine andere gemeinsame Sprache ist zulässig, wenn alle unmittelbar Beteiligten sie sprechen. Die SMCP geben diesem Englisch eine feste Form.
Allgemeines und Teil A
Der Abschnitt Allgemeines regelt Buchstabieren, Nachrichtenkennwörter, Antworten, Berichtigungen, Zahlen, Positionen, Peilungen, Zeiten und zu vermeidende Wörter. Teil A1 enthält Redewendungen für den Außenverkehr: Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr, Lotsendienst, Hubschrauber- und Eisbrechereinsätze sowie VTS. Teil A2 enthält navigationsbezogene Redewendungen an Bord: standardisierte Ruder- und Maschinenkommandos sowie Redewendungen für den Lotsen auf der Brücke.
Teil B
Teil B umfasst weitere Redewendungen an Bord: Wachübergabe, Trimm und Schlagseite, Alarme, Arbeitsschutz, Feuer, Leckabwehr, Grundberührung, Suche und Rettung, Ladung und Fahrgastbetreuung. Die Entschließung bezeichnet Teil A als unverzichtbaren Bestandteil jedes STCW-Lehrplans; Teil B ist eine sinnvolle Ergänzung. Lerne Teil A als STCW-Grundlage und nutze Teil B für deine Aufgaben.
Form der Redewendungen
Die SMCP vermeiden Synonyme und Kurzformen wie ‚I’ll‘. Für jeden Vorgang gibt es eine Redewendung, für Ja-Nein-Fragen vollständig formulierte Antworten. Auf einen festen Teil folgt ein variabler Teil. Unter Stress wird Telegrammstil verwendet: Wörter wie ‚the‘ und ‚is‘ entfallen, etwa in ‚Dangerous wreck in position …‘, also einem gefährlichen Wrack auf Position … . Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsfunkverkehr gehört ins GMDSS-Modul.
2Wichtige Daten
- Angenommen
- IMO-Entschließung A.918(22), 29. November 2001
- Ersetzt
- Standardvokabular für die Seefahrt (1985)
- Teil A1
- Außenverkehr: Not, Dringlichkeit, Sicherheit, Lotsendienst, Sondereinsätze, VTS
- Teil A2
- An Bord: Ruderkommandos, Maschinenkommandos, Lotse auf der Brücke
- Teil B
- An Bord: Wache, Sicherheit, Ladung, Fahrgäste
- SOLAS V/14.4
- Englisch, außer wenn alle direkt Beteiligten eine andere gemeinsame Sprache sprechen
3Kernpunkte
- 1
Die SMCP (A.918(22), 2001) sind das nach STCW-Tabelle A-II/1 vorgeschriebene Sicherheitsenglisch für nautische Wachoffiziere.
- 2
Teil A umfasst Außenverkehr und navigationsbezogene Kommunikation an Bord; Teil B weitere Sicherheitskommunikation an Bord.
- 3
Eine Redewendung je Vorgang, keine Synonyme oder Kurzformen, vollständig formulierte Antworten.
- 4
Telegrammstil lässt in dringenden Meldungen kleine Wörter weg; die Bedeutung bleibt eindeutig.
4Häufige Fehler
Falsch: Die SMCP sind nur ein Redewendungsbuch für Funkgespräche.
Richtig: Sie umfassen auch Bordkommunikation: Ruder- und Maschinenkommandos, Lotsen auf der Brücke, Wachübergabe und Notfälle.
Falsch: Verständliches Englisch reicht; der genaue Wortlaut spielt keine Rolle.
Richtig: Nutze die passende SMCP-Redewendung. Der feste Wortlaut beseitigt Zweifel zwischen Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen.
Falsch: Kurzformen wie ‚I’ll‘ klingen natürlich und eignen sich für den Funk.
Richtig: Sage ‚I will‘. Kurzformen werden bei Lärm leicht falsch verstanden und deshalb in den SMCP vermieden.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Lotse und Kapitän sprechen dieselbe örtliche Sprache, du als nautischer Wachoffizier (OOW) jedoch nicht. Sie meinen, englische Ruderkommandos genügten für dich. Welche Sprache und welche SMCP-Kenntnisse brauchst du für diese Lotsenfahrt?
Antwort zeigen
Nutzt Englisch, damit alle unmittelbar Beteiligten die Sicherheitskommunikation verstehen. Ruderkommandos allein reichen nicht: Du brauchst die allgemeinen Regeln, A1 für VTS und Lotsendienst sowie A2 für Maschinenkommandos und den Lotsen auf der Brücke. Nutze Teil B etwa für die Wachübergabe.
Prüfungstipps
- SMCP: IMO-Entschließung A.918(22), angenommen am 29. November 2001.
- Teil A: Außenverkehr (A1) und navigationsbezogene Redewendungen an Bord (A2).
- Teil B: weitere sicherheitsbezogene Redewendungen an Bord.
- Merkmale: keine Synonyme oder Kurzformen, eine Redewendung je Vorgang, vollständige Antworten.
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