Kälteschäden ohne Erfrierung
1Die Lektion in einfachen Worten
Füße können durch stundenlange Kälte und Nässe geschädigt werden, ohne dass Gewebe gefriert. Halte sie trocken, wärme sie langsam auf und reibe sie niemals.
Was ist das?
Eine nicht gefrierende Kälteverletzung (NFCI), auch Grabenfuß oder Immersionsfuß genannt, schädigt Nerven und Blutgefäße der Füße oder Hände. Sie entsteht durch stunden- oder tagelange Kälte und Nässe oberhalb des Gefrierpunkts. Seeleute trifft sie in nassen Stiefeln auf langen kalten Wachen, in einem überfluteten Cockpit oder in einer Rettungsinsel.
Anzeichen
Zuerst sind die Füße kalt und taub, weiß oder fleckig. Die Person wirkt vielleicht ungeschickt oder hat das Gefühl, auf Watte zu gehen. Nach dem Aufwärmen werden die Füße rot, heiß, geschwollen und sehr schmerzhaft. Schmerzen und Kälteempfindlichkeit können Wochen oder Monate anhalten. Deshalb sind frühe Versorgung und Vorbeugung wichtig.
Erste Hilfe
Ziehe nasse Stiefel und Socken aus. Trockne die Füße vorsichtig ab und lagere sie etwas erhöht an der Luft bei Raumtemperatur. Wärme sie langsam auf. Nutze weder heißes Wasser noch Heizgeräte. Reiben und Massieren schädigen das Gewebe zusätzlich. Vermeide das Gehen auf stark betroffenen Füßen. Beim Aufwärmen nehmen die Schmerzen oft zu. Hole funkärztlichen Rat ein.
Vorbeugen
Ziehe zu jeder Wache trockene Socken an und bewahre ein trockenes Paar in einem verschlossenen Beutel auf. Vermeide enge Stiefel und Socken, die die Durchblutung behindern. Bewege Zehen und Füße oft, halte den ganzen Körper warm, iss ausreichend und prüfe deine Füße täglich. Rauche nicht: Das verengt die Blutgefäße.
Erfrierung
Bei einer Erfrierung ist Gewebe gefroren. NFCI schädigt kaltes, nasses Gewebe, ohne dass es gefriert.
2Wichtige Daten
- Ursache
- Stunden bis Tage in Kälte und Nässe, oberhalb des Gefrierpunkts
- Frühe Zeichen
- Kalte, taube, weiße oder fleckige Füße
- Nach dem Aufwärmen
- Rot, heiß, geschwollen, sehr schmerzhaft
- Erste Hilfe
- Trocken, Raumluft, hochlagern; nicht reiben, kein heißes Wasser
3Kernpunkte
- 1
NFCI entsteht durch lange Kälte und Nässe, ohne Gefrieren.
- 2
Taube, weiße Füße werden nach dem Aufwärmen rot, geschwollen und schmerzhaft.
- 3
Füße trocknen und langsam an der Luft bei Raumtemperatur aufwärmen. Nie reiben oder heißes Wasser nutzen.
- 4
Vorbeugen: trockene Socken zu jeder Wache, weite Stiefel, Zehen bewegen, Füße täglich prüfen.
4Häufige Fehler
Falsch: Tauche kalte, taube Füße in heißes Wasser, damit sie schnell warm werden.
Richtig: Wärme sie langsam an der Luft bei Raumtemperatur auf. Schnelles Erwärmen schädigt verletztes Gewebe.
Falsch: Reibe taube Füße kräftig, bis das Gefühl zurückkehrt.
Richtig: Reiben und Massieren verursachen weitere Schäden. Trockne sie vorsichtig ab und lagere sie hoch.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Nach 36 Stunden einer nassen, kalten Überführungsfahrt in Segelstiefeln berichtet ein Crewmitglied, seine Füße seien seit dem Morgen taub. Unter den Socken sind sie weiß und schrumpelig.
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Vermute eine nicht gefrierende Kälteverletzung. Ziehe Stiefel und Socken aus, trockne die Füße vorsichtig ab und lagere sie leicht erhöht. Lass sie bei Raumtemperatur langsam warm werden. Halte den Körper warm. Reibe die Füße nicht und nutze kein heißes Wasser. Rechne beim Aufwärmen mit Schmerzen und Schwellungen. Hole funkärztlichen Rat ein, lass ihn nicht auf den Füßen stehen oder gehen und lass die ganze Crew trockene Socken anziehen.
Prüfungstipps
- NFCI (Graben- oder Immersionsfuß): lange Kälte und Nässe ohne Gefrieren.
- Zeichen: taube, weiße Füße; danach rot, heiß, geschwollen und schmerzhaft.
- Erste Hilfe: trocknen, langsam aufwärmen, hochlagern. Nicht reiben, keine direkte Hitze.
- Vorbeugen: trockene Socken, weites Schuhwerk, Bewegung, tägliche Fußkontrolle.
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