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Besichtigungen, Zeugnisse, Instandhaltung und Docken

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Schiff und Maschine≈ 2 Min. Lesezeit

Trockendockaufenthalt planen: Zeitpunkt, Arbeiten und Spezifikation

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Ein Dockaufenthalt ist teuer und kurz. Gute Planung bestimmt Arbeitsumfang, Kosten und die pünktliche Abfahrt.

Wann ins Dock?

Frachtschiffe im normalen fünfjährigen Besichtigungszyklus brauchen zwei äußere Bodenbesichtigungen. Eine erfolgt bei der Erneuerung. Dazwischen dürfen höchstens 36 Monate liegen. Die andere kann eine Unterwasserbesichtigung durch Taucher sein, wenn Klasse und Flaggenstaat zustimmen. ESP-Schiffe ab 15 Jahren müssen für jede Bodenbesichtigung ins Trockendock. Für Fahrgastschiffe gelten andere Anforderungen.

Die Dockspezifikation

Monate vorher erstellt das Unternehmen eine Dockspezifikation: Rumpfreinigung und Anstrich, Stahlarbeiten, Seekästen und Ventile, Propeller, Ruder, Propellerwellendichtungen, Anoden, Klassearbeiten und eigene Arbeiten des Eigentümers. Das Schiff liefert Mängellisten, Tankberichte und Herstellerintervalle. Die Werften kalkulieren ihre Angebote danach. Spät entdeckte Arbeiten kosten mehr. Eine genaue Liste spart deshalb Geld und Tage.

Vor der Ankunft

Sende der Werft den Dockplan, den geplanten Ankunftszustand und den letzten Bodenbesichtigungsbericht. Stimme Trimm, Tiefgang und Stabilität mit dem Dockmeister ab. Mache Brennstofftanks gasfrei, wenn dort Heißarbeiten geplant sind. Gib gefährliche Vorräte an Land oder sichere sie. Plane Besatzungsunterkünfte und die Übergabe von Verantwortlichkeiten mit der Werft.

Die Sicherheitsbesprechung

Besprich dich vor Arbeitsbeginn mit der Werft. Klärt Zuständigkeiten für Brandschutz, Heißarbeits- und Raumzugangserlaubnisse, Gasmessungen, Löschwasser- und Stromversorgung von Land sowie Alarm- und Evakuierungsplan. Im Dock überwiegen Fremdfirmenmitarbeiter gegenüber der Besatzung. Viele Dockbrände beginnen bei Heißarbeiten nahe Brennstoff oder Isolierung.

2Wichtige Daten

Bodenbesichtigungen bei Frachtschiffen: Normalfall
2 je 5-Jahres-Zyklus, höchstens 36 Monate Abstand
Frachtschiffe im Normalfall: eine Besichtigung
Zusammen mit der Erneuerungsbesichtigung
Unterwasserbesichtigung als Ersatz
Mit Zustimmung von Klasse und Flaggenstaat; nicht für ESP-Schiffe ≥ 15 Jahre
Vor der Ankunft
Dockplan, Ankunftszustand, letzte Bodenbesichtigung

3Kernpunkte

  1. 1

    Frachtschiffe im Normalfall: zwei Bodenbesichtigungen in fünf Jahren, eine bei der Erneuerung, höchstens 36 Monate Abstand.

  2. 2

    ESP-Schiffe ab 15 Jahren müssen ins Dock. Andere dürfen bei Zustimmung eine Unterwasserbesichtigung nutzen.

  3. 3

    Eine genaue Dockspezifikation spart Zeit und Geld.

  4. 4

    Kläre Brandschutz, Erlaubnisse und Zuständigkeiten vor Arbeitsbeginn mit der Werft.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Jede Bodenbesichtigung muss im Trockendock stattfinden.

    Richtig: Die zwischenzeitliche Besichtigung darf mit Zustimmung von Klasse und Flaggenstaat unter Wasser erfolgen. Ausgenommen sind ESP-Schiffe ab 15 Jahren.

  • Falsch: In der Werft ist der Brandschutz allein deren Aufgabe.

    Richtig: Besatzung und Werft teilen die Verantwortung. Vereinbart vor Arbeitsbeginn schriftlich, wer was übernimmt.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Dein Containerschiff hatte seine letzte Bodenbesichtigung vor 33 Monaten im Trockendock bei der Erneuerung. Jetzt steht die Zwischenbesichtigung an. Die Reederei fragt, ob das Schiff ins Dock muss.

Antwort zeigen

Die nächste Bodenbesichtigung muss spätestens 36 Monate nach der letzten erfolgen, also innerhalb von 3 Monaten. Das Schiff ist kein ESP-Schiff. Klasse und Flaggenstaat können daher eine Unterwasserbesichtigung durch zugelassene Taucher akzeptieren, wenn der Rumpf dafür geeignet ist: klare Markierungen, zugängliche Bauteile und gute Sicht. Sind ohnehin Arbeiten an Beschichtung, Propeller oder Seeventilen nötig, kann ein Dockaufenthalt jetzt sinnvoller sein. Die Reederei entscheidet mit der Klasse.

Prüfungstipps

  • Frachtschiffe im Normalfall: zwei Bodenbesichtigungen in fünf Jahren, höchstens 36 Monate Abstand.
  • Unterwasserbesichtigung als Ersatz und ESP-Altersgrenze.
  • Dockspezifikation und ihre Grundlagen.
  • Informationen vor der Ankunft und Sicherheitsbesprechung mit der Werft.

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